Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 21 (sequence 6)
- Language
- German
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Umschau. 21 Vereinigung erklärte der Generalsekretär Just: „Die ko ns ervativ.e Partei hat nicht nur gemeinsam mit dem Zentrum in der Reichsfinanzreform Steuern angenommen, die den Mittelstand und das Gewerbe in erstem Reihe belasten, sondern sie hat auch selbständig nach dieser Richtung hin Steuern vorgeschlagen, die mittelstandsfeindlich waren, und hat die einzige mittelstandsfreundliche Steuer, die Erbschaftssteuer, fanatisch bekämpft. Der Vorstand ist wiederholt von allen Seiten aufgefordert worden, der im Mittelstand herrschenden Stimmung Ausdruck zu geben. Wir konnten daher nicht anders, als Stellung zum Hansabund zu nehmen/' Nach längeren Verhandlungen wurde mit Einstimmigkeit eine Resolution angenommen, in der u. a. gesagt wurde: „Ein Zusammengehen der Mittelstandsvereinigung mit dem Hansabund in den allen Schichten von Handel, Gewerbe und Industrie gemeinsamen Fragen liegt im wohlverstandenen Interesse des Mittelstandes." In dieser Lossagung von der konservativen Vormundschaft ist hoffentlich auch eine Reinigung, von den antisemitischen Impressionen zu erblicken; denn was den Mittelstand in Deutschland bedrückt, beschränkt sich keineswegs auf christliche Kreise; es wird vielmehr von den zahlreichen kleinen jüdischen Gewerbetreibenden nicht nur mitempfunden, sondern die meisten leiden noch schwerer darunter, weil ihnen und ihren Kindern noch viele andere Erwerbszweige fast ganz oder vollständig verschlossen sind. Zu dem Zorn der Konservativen und Antisemiten über den Umschwung in den sich dem Hansabund zuneigenden Kreisen des Mittelstandes gesellt sich ein ebenso heftiger Unwille darüber, daß der Deutsche Bauernbund in den ländlichen Kreisen mehr und mehr Anhänger gewinnt, die zwar noch weit davon entfernt scheinen, sich liberale Anschauungen anzueignen, aber doch bekunden, daß sie entschlossen sind, sich der lästigen Bevormundung durch den „Bund der Landwirte" zu entziehen. Die Abbröcklung dieser stolzen Burg der Agrarier vollzieht sich tatsächlich aus rein wirtschaftlichen Gründen, aber das wollen die agrarischen Wortführer natürlich nicht zugeben. In der am 20. November in Bayreuth