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Im deutschen Reich · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. 14

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Article
Die Versammlungen des Rheinisch-Westfälischen und des Hessen-Nassauischen Landesverbandes
Date
1910-01-01
Page
14 (sequence 6)
Language
German
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14 Im deutscher Reich. Herr Dr. Mainzer hebt ergänzend auch die Bedeutung der Kauftnanllsgerichtswahlen hervor. Er warnt zum Schluß vor der Auffassung, daß mit Beseitigung des politischen Antisemitismus alles geschehen sei; nach diesem komme erst der wirtschaftliche und gesellschaftliche Antisemitismus, der viel tiefer sitze als jener. Im Anschluß an die Besprechung allgemeiner Gesichtspunkte wurden, die Verhältnisse in den einzelnen Reichstags- Wahlkreisen der Provinz erörtert. Die Vertrauensmänner aus den einzelnen Kreisen äußerten sich hierzu auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen. Es ergab sich, daß bei rechtzeitigem Einsetzen der Agitation und bei Beschaffung hinreichender tüchtiger Agitationsredner gute Aussichten bestehen sollen, die Zahl der antisemitischen Reichstagsmandate in der Provinz erheblich zu vermindern. Notwendig sei bloß, daß man schon jetzt mit der Arbeit einsetze, die meisten antisemitischen Abgeordneten in der Provinz verdankten ihre Wahl in der Hauptsache der vollkommenen Lässigkeit ihrer Gegner. An der Debatte beteiligten sich außer den genannten Herren noch 'die Herren: Blumenthal-Kassel, Dr. Katzenftein-Kassel, Voremberg-Grebenstein, Dr. Moritz Kahn-Frankfurt a. M., Dr. Warmbrunn-Frankfurt a. M., Randerath-Hersfeld, Justizrat Schreiber-Höchst, Haas-Marburg, Lehrer Strauß-Marburg, Rothschild-Oberaula, Rosenthal-Wetzlar, Dr. Marxheimer- Wiesbaden. Nachdem die Tagesordnung in über zweieinhalbstündiger Beratung erschöpft war, schloß der Vorsitzende mit Worten des Dankes an alle Erschienenen die Versammlung, die bei dem lebhaften Interesse, das alle Teilnehmer in der Allssprache bekundeten, für die künftige Tätigkeit des Eentral- Vereins in der Provinz Hessen-Nassau die besten Aussichten bietet. — Im Anschluß an die Landesverbandsversammlung fand nachmittags unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. M u n t int, Saal des Restaurant Seebode eine öffentliche Propag a nd a v e r s amm lun g statt, zu der sich weit über 100 Glaubensgenossen aus Marburg und den Nachbarorten eingefunden hatten. Der Vorsitzende begrüßte es, daß der Landesverband seine Propagandaarbeit gerade an dem Orte aufnehme, von dem aus der erste Antisemit in den Reichtstag geschickt worden ist, und erteilte Herrn Dr. ineck. Blumen-

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