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Im deutschen Reich · 1909-12-01 · Heft 12 (Dezember 1909) · p. 711

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 12 (Dezember 1909)
Article
[Ohne Titel]
Date
1909-12-01
Page
711 (sequence 9)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 711 Kindern zeigen, daß noch immer der Wahrspruch recht habe: „Sich wehren bringt Ehren." Sie müsse ihren Kindern zeigen, daß, wenn man getreu seine staatsbürgerlichen Pflichten erfülle, man nicht nötig habe, sich vor jedem antisemitischen Angriff zu ducken, sondern daß man sich auf sich selbst besinnen müsse, um sich tapfer zu wehren. Die Rednerin geißelte dann in scharfen Worten das Nachäffen unjüdischer Gebräuche, wie das Anzünden des Weihnachtsbaumes usw., warnte vor der Fahnenflucht und forderte unter dem lebhaftesten Beifall der Versammlung für den von echt jüdischer Begeisterung getragenen Vortrag die anwesenden Frauen und Männer zum Beitritt zur Ortsgruppe des Central-Vereins auf. Die kurze Pause, die dem Vortrag folgte, wurde von vielen anwesenden Nichtmitgliedern benutzt, dem Central-Verein beizutreten, und zwar hat die Ortsgruppe an diesem Abend über hundert neue Mitglieder gewonnen. Sodann berichtete Herr Rechtsanwalt Or. Hollaender- Berlin in eingehender Weise über die Tätigkeit des Vereins und betonte, daß der Zentralvorstand in erster Linie darauf bedacht war, den bedrängten Glaubensgenossen auf dem flachen Lande und in kleineren Städten beizustehen. Es sei dies eine Tätigkeit, die zwar nicht laut an die Öffentlichkeit trete, aber eine desto intensivere Arbeit erfordere. Der Redner wies dann auf die Tätigkeit des Vereins in Sachen des Schächtverbotes hin und - betonte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung, daß der Verein zwar keine religiösen Tendenzen verfolge, der Vorstand es aber für seine Pflicht halte, solange noch ein Jude die Ausübung der Zeremonialgesetze als eine Gewissenspflicht betrachte, diesen auch gegen etwaige gehässige Angriffe der Antisemiten zu schützen und ihm die ungestörte Ausübung der religiösen Gebote zu sichern. Ueberall da, wo ein Jude in Deutschland seines Judentums wegen seines Brotes verlustig gegangen ist, hat sich der Verein veranlaßt gefühlt, in geeigneter Weise ihm hilfreich zur Seite zu stehen. Still, aber beständig, wollen wir eintreten für den jüdischen Namen und die jüdische Ehre, damit wir das Wort wahr machen können: „Der beste Jude ist der beste Mensch." — Auch diesem Bericht folgte lebhafter

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