Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-12-01
- Page
- 695 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 695 (gegen 4 im Vorjahr). -- In den übrigen deutschen Staaten, über die der Kunze-Kalender berichtet, sind Inden nicht angestellt, über die Reichslande Elsaß-Lothringen sind Angaben nicht vorhanden. 2. — Der Verein sür jüdische Geschichte und Literatur zu Berlin hat im März d. I. ein P r e i s a u s s chr eiben für eine Erzählung aus dem jüdischen Leben oder aus der jüdischen Geschichte veröffentlicht. Als Preisrichter fungierten die Herren Professor Or. M. Philippson, Redakteur Or. I. Kaftan und Rabbiner Dr. Emil Levh. Von allen eingegangenen Arbeiten konnte nur der Novelle „Der Arnhoorez" ein Preis zuerkannt werden, als deren Verfasser sich das Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe bl. und NO. Herr Lehrer Isidor Borchardt in Berlin erwies. — Der „Deutschen Tageszeitung" ist durch die Kritik, die von dem „Berliner Tageblatt" an dem sogenannten „Jrrlehregesetz" geübt worden ist, die ihr offenbar erwünschte Gelegenheit geboten worden, wieder einmal die Fabel von der sich um christliche Kirchenangelegenheiten kümmernden „I u d e n p r e s s e" ihren Lesern aufzutischen und diese gegen die Juden mit den Worten aufzureizen: „Wenn doch die jüdische Presse endlich daraus verzichten wollte, sich in Angelegenheiten der christlichen Kirche und ihrer verschiedenen Bekenntnisse zu mengen! Darein hat sie nicht zu reden; diese Dinge gehen sie nicht das mindeste an. Wir verpflichten uns wiederholt, niemals über innere Angelegenheiten der Synagogen ein kritisches Wörtchen zu verlieren, weil wir die Empfindung haben, daß es uns nichts angeht. Von der jüdischen Presse sollte man endlich die gleiche Zurückhaltung erwarten dürfen, wenn diese Presse überhaupt der Zurückhaltung fähig wäre." — Das ist die sattsam bekannte Spiegelfechterei der edlen Germanen der „Deutschen Tageszeitung". Sie nenne uns ein jüdisches Blatt, das sich berechtigt geglaubt hätte, das „Jrrlehrengesetz" als „ein Erzeugnis der Ketzerriech er ei zu brandmarken"! Das agrarische Blatt weiß recht gut, daß das „Berliner Tageblatt", an dessen politischem Teil nur Katholiken und Protestanten tätig sind, kein Blatt ist, auf das die Juden einen Einfluß haben. Aber was tut's?