Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1909)
- Article
- Jud' und Preuß'
- Date
- 1909-12-01
- Page
- 675 (sequence 3)
- Language
- German
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„Jud' und Preuß'". i>77) Auch in politischer Beziehung zeigt das Verhalten des Preußen große Nehnlichkeit mit dem eines Juden. Ebenso wie der Jude sich gern von Verträgen drückt, sobald sie ihm unbequem werden, schraubte Preußen sich schon oft von feierlich eingegangenen Verbindlichkeiten weg, wenn sie ihm nicht mehr paßten. Die Geschichte Preußens weist Vertragsbrüche auf, die Skandale in der Weltgeschichte vorstellen. Die Art und Weise, in der Friedrich Wilhelm II. den Polen sein Wort gebrochen hat, ist direkt unschön. Es sei hier auch an „unseren Fritz" erinnert, der Bismarck vor Paris die Entwaffnung der zwei im Felde stehenden bayerischen Armeekorps vorgeschlagen hat, sofern Bayern nicht nach der Pfeife Preußens tanzen sollte. Obwohl Bayern in den letzten Monaten Ströme von Blut für die Herrlichkeit Preußens vergossen hatte, wollte „unser Fritz" dennoch zur Waffengewalt gegen das nämliche Bayern greifen. Er wollte das Vertrauen, mit dem Ludwig II. und seine Minister die bayerische Armee Preußen überlassen hatten, durch einen Ueberfall vergelten. Das alles hinderte „unseren Fritz" nicht, später in Bayern kräftig nach Popularität 51t haschen. Der Jude ist nicht selten gegen wirtschaftlich Schwächere brutal und gegen: Stärkere die Demut selbst. Und der Preuße entwickelt eine furchtbare Schneidigkeit, wenn er es mit Venezuela und China zu tun hat, die russischen Kosaken aber dürfen au der preußischen Grenze Scheibenschießen auf preußische „Untertanen:" veranstalten, ohne daß die preußische Schneidigkeit sich hervorwagt. Der in Bayern so beliebte Ausspruch: „Juden unb Preußen mag ü net" hat also große Berechtigung. Wir geben zu, daß unter den Preußen ebenso wie unter den Juden manchmal recht nette Leute zu finden sind, aber sie sind Ausnahmen. Und die Ausnahme bestätigt bekanntlich nur die Regel." Das „Bayerische Vaterland" ist das Organ der niederen katholischen Landgeistlichkeit in Bayern. Nach den: Tode von Dr. Sial ist es Eigentum mehrerer Geistlichen geworden, Auch der bekannte Zentrumsabgeordnete Dr. Heim ist an dem Blatte beteiligt. Die obigen Ausführungen erinnern in