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Im deutschen Reich · 1909-11-01 · Heft 11 (November 1909) · p. 657

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 11 (November 1909)
Article
[Ohne Titel] / Weißberg, M.
Date
1909-11-01
Page
657 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. 657 Reise auf ba§> Ersuchen einer von Gott verordneten Obrigkeit unternommen werden müsse. In der Bitte um Verlegung des Termins sei nur das Ersuchen enthalten gewesen, aus Gewissensbedenken Rücksicht zu nehmen. Darauf ist vom Landesgerichtspräsidenten folgender aus Ostrowo vom 21. September datierter Bescheid eingegangen: "„Auf Ihre Beschwerde vom 4. August d. I. erteile ich Ihnen nach Anhörung des beteiligten Richters folgenden Bescheid: Ich kann es nicht billigen, daß das Königliche Amtsgericht zu Koschmin in seinem Bescheide vom 18. Juni d. I. Ihre religiösen Bedenken als solche nachgeprüft hat, weil diese Ihre persönliche Angelegenheit sind. Andererseits können diese Bedenken Sie nicht von der Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten befreien; Ihnen steht daher kein Recht zu, die Verlegung eines auf den Sabbath anberaumten Termins zu verlangen. Hierdurch wird es aber nicht ausgeschlossen, daß aus Gründen, der Billigkeit und Humanität bei Bestimmung eines Terminstages religiöse Bedenken Berücksichtigung finden, sofern dies die Umstände gestatten und nicht die Interessen anderer geschädigt werden. Dem beteiligten Richter habe ich von dieser Auffassung Kenntnis gegeben/' — In Fällen, in denen wir an Glaubensgenossen die Bitte gerichtet haben, Dinge zu unterlassen, die geeignet sind, den Vorurteilen gegen Juden und Judentum den Anschein einer gewissen Berechtigung zu verleihen, ist uns zumeist die Zusicherung erteilt worden, daß man sich die Folgen nicht vergegenwärtigt habe und das, was Anstoß erregen könnte, oder schon mißfällig bemerkt worden sei, künftig unterlassen werde. Daß aber keine Regel ohne Ausnahme ist, beweist leider nachstehender, den „jüdischen C a r u s o" betreffender Briefwechsel: Berlin, 24. August 1909. Sehr geehrter Herr' Vor dem Hause Kaiser Wilhelmstraße IBM ist Ihr Plakat ausgehängt, durch welches bekannt gemacht wird, daß in den Musiksülen zum Neujahrs- und Versöhnungs- 9ag als Vertreter der weltberühmte Kantor Schloß-

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