Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-11-01
- Page
- 646 (sequence 6)
- Language
- German
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646 Im deutschen Reich. beutungsgelüste gewissenloser blutsaugerischer Juden nicht immer der richtige angeklagt wird. Herr Bruhn bringe uns den Juden, der sein eigenes Geschäftstalent in den Schatten ft e 111 — Bei Klagen einzelner Mitglieder über Pensionen oder Hotels, die Unterkommen suchenden Glaubensgenossen die Ausnahme versagen oder in einer Weise erschweren, die aus Vorurteile gegen Juden schließen läßt, haben wir uns in den letzten Monaren wiederholt an die Inhaber der betreffenden Pensionen oder Hotels selbst mit Anfragen gewendet. Dies geschah zu dem Zwecke, um die betreffenden Gasthöfe nicht ohne Grund als antisemitisch in unserer Liste zu verzeichnen und um nicht bei Vereinsmitgliedern, die in jenen Pensionen und Hotels wiederholt sich aufgehalten haben, ohne ähnliche Erfahrungen zu machen, Anstoß erregen. Wo die Sache irgendwie zweifelhaft ist, sollten die Leser unserer Zeitschrift, die die in unserer Liste antisemitischer Erholungsorte verzeichneten Erholungsorte als nicht antisemitisch kennen, die Freundlichkeit haben, uns die von ihnen gemachten bezüglichen Erfahrungen baldigst mitzuteilen. Beispielsweise haben wir am 31. August d. I. eine entsprechende Anfrage an den Inhaber der Pension Lemke in Norderney gerichtet. Darauf ist uns nachstehender Bescheid zugegangen: „Wie mir erinnerlich ist, kam ein junger Mann wegen Logis fragen. Ich weiß auch, daß ich ihn fragte, ob er Israelit sei, und zwar aus dem Grunde, weil ich ihn nicht Unannehmlichkeiten aussetzen wollte bei einigen meiner anderen Gäste, die Antisemiten waren. Ich selbst bin kein Antisemit und nehme Juden auf, und sie sind mir stets angenehme Gäste gewesen. M. Lemke." Da zu den zahlreichen Besuchern Norderneys unsere Vereinsmitglieder ein ansehnliches Kontingent stellen, zweifeln wir nicht daran, daß einige derselben in der Lage fein werden, uns durch eine Mitteilung über den Sachverhalt zu verpflichten. — Die Simonsche Stiftung zu Hannover und der Deutsche Verein für ländliche Wohlfckhrts- und Heimatpflege (Vorsitzender Professor Sohnrey) haben gemeinsam das Buch „Der Schulgarten des In- und A u s l a n d e s" von Lehrer Bernhard C r o n b e r g e r