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Im deutschen Reich · 1909-11-01 · Heft 11 (November 1909) · p. 637

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 11 (November 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-11-01
Page
637 (sequence 8)
Language
German
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Umscharr. 637 bilden können, weil von der Reichsregierung der Verzicht auf die bisherige Osturauken-Kolitik nicht zu erlangen ist. Daß aber für das Zentrum wie für die Polen ein solcher Verzicht eine der Hauptbedingungen für das fernere Verbleiben in einem Block der rechtsstehenden Parteien ist, daran laßt sich nach Aeußerungen der führenden Preßorgane des Zentrums nicht zweifeln, die sich garnicht scheuen, ihrem Aerger darüber Ausdruck zu geben, daß die Juden in den Ostmarken trotz der für sie oft verletzenden Haltung der „Hakatisten" sich weiter verpflichtet fühlen, Pioniere des Deutschtums zu bleiben, statt sich mit dem Zentrum für die angeblich bedrückten Polen zu erwärmen. Dazu hätten die Juden nicht die geringste Veranlassung, auch wenn sie nicht deutsche Patrioten waren, weil die die antisemitische Tendenz der Berliner „Germania" noch übertrumpsenden Hetzereien der polnischen Presse ihnen das Verbleiben in den Ostmarken nicht minder verleidet haben als das chauvinistische Gebühren der „alldeutschen" Elemente in der mit der Germanisierung der Provinz Posen betrauten Beamtenschaft. Ein zu dieser gehöriger höherer Beamter der Ansiedelungskommission hat kürzlich in einer „Ostmärkische Städtepolitik" betitelten Schrift einen Artikel erscheinen lassen, in welchem der Wegzug der jüdischen Bevölkerung aus dem für den Handel unbequemen ostmärkischen Kampfgebiete als sehr bedeutend hingestellt und triumphierend bemerkt wird: „Es ist also die Zeit nicht mehr fern, in der man in den Ostmarken endlich deutsche Politik ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Interessen und die „auch deutsche" Gesinnung der jüdischen Bevölkerung machen kann. Hierin liegt ein unschützbarer Vorteil". Dies veranlaßt das „Berliner Tageblatt" zu der völlig berechtigten Aeußerung: „Dieser geradezu selbstmörderische Antisemitismus geht eben von der Auffassung aus, daß der Beamte der Träger der deutschen Kultur sei und ihm keine Konkurrenz gemacht werden dürfe. Es ist leicht begreiflich, daß bei solchen Anschauungen, wie sie hier ungeniert ein Beamter der Ansiedelungskommission zutage fördert, das Deutschtum nicht gedeihen kann". Nicht

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