Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-11-01
- Page
- 636 (sequence 7)
- Language
- German
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636 Im &eut)'djen Reich. Mann" gilt ihnen der von den Konservativen, Agrariern und Antisemiten bereits für das Landtagsmandat für den weimarischen Landtagswahlkreis Jena-Land in Aussicht genommene Oberlandesgerichtsrai F r e i h e r r v. R i ch t h o f e n. Ihm ist auch von den Anhängern Liebermanns das Reichstagsmandat Schacks zugedacht, weil seine antisemitische Gesinnung seststeht, und für diesen Kandidaten auf den Beistand der Konservativen, insbesondere auch des Bundes der Landwirte, ziemlich sicher gerechnet werden kann. Man glaubt sogar auch auf zahlreiche nationalliberale Stimmen zählen zu dürfen, falls Richthosen in die Stichwahl mit einem Sozialdemokraten kommen sollte. Die Liberalen werden deshalb gut tun, sich für die Hauptwahl in Eisenach-Dermbach zu rüsten, bei der die Nationalliberalen diesmal das Zünglein an der Wage bilden dürften. Der Verlauf des am 2. Oktober in Heidelberg eröffneten Parteitages der „Deutschen Dolksxarter" hat gezeigt, daß trotz der eifrig betriebenen Zusammenklitterung der gesamten rechtsstehenden Parteien und Fraktiönchen zurzeit die Lösung der Frage des Zusammenschlusses der linksliberalen Gruppe noch im weiten Felde steht. Immerhin ist nach warmer Befürwortung durch den Stuttgarter Reichstags- und Landtagsabgeordneten v. P ay er und den Geheimrat Professor v. Liszt-Berlin eine Resolution angenommen worden, in der von dem Parteitag erklärt wurde, „daß der Zeitpunkt für die Schaffung einer einheitlichen Partei aus Grund eines freiheitlichen Programms mit einer die Bewegungsfreiheit der Parteigenossen der einzelnen Länder gewährleistenden Organisation gekommen sei". - Der Gedanke wird aber doch erst dann zu Taten führen, wenn er aus der Mitte des Volkes sich mit elementarer Gewalt Bahn bricht und auf die zögernden Parteiführer treibend wirkt. Dies wird nicht ausbleiben; denn der engere Zusammenschluß der freiheitlich gesinnten Parteien ist zur Bekämpfung der Reaktion notwendig, wenn auch die rückschrittlichen Fraktionen, die Konservativen, Ultramontanen, Polen und Antisemiten, keine geschlossene Regierungspartei