Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-10-01
- Page
- 574 (sequence 9)
- Language
- German
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57.4 Im deutschen Reich. . - :|8i5 111: 81': ffi::? II8 8|:: die bisher als die besten Stützen und Pioniere des Deutschtums gerühmt worden seien, hätten doch Wohl im Hakatismus ein Haar gefunden. Gleichzeitig aber erklärt die genau so judenfeindlich wie die „Germania" gesinnte konservative „Schlesische Presse" in einem mit derselben Ueberschrist versehenen Artikel, in Schlesien lägen die Verhältnisse ganz anders als in Posen, von den schlesischen Juden gehörten viele dem OsLmarken-Verein an und nähmen lebhaft an den notgedrungenen Abwehrbestrebungen der oberschlesischen „Deutschen" teil. Solche Ausführung würde komisch wirken, wenn die betreffenden Verhältnisse nicht so traurig wären. Welchen Dank für diese aufopfernde nationale Haltung die oberschlesischen Juden ernten, ergibt sich schon daraus, daß sie von dem Organ der schlesischen Konservativen nicht als Deutsche, sondern nur als „Mitarbeiter der Deutschen" bezeichnet werden! In einem Artikel über die „O st m ä r k i s ch e Städtemisere" hat die „Freisinnige Zeitung" am 5. September die auffallend große Abwanderung der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens mit nachstehenden Ziffern belegt: „Ihre Zahl sank während des Zeitraums von 1885—1905 im Regierungsbezirk Posen von 31000 aus 18 500, im Regierungsbezirk Bromberg von 16 500 auf 10 500, im Regierungsbezirk Marienwerder von 14 600 auf 9200. Der Grund für diesen Rückgang der jüdischen Bevölkerung ist vor allem in der Erschwerung .i h r e r E x i st e n z b e d i n g u n g e n z u suche n." : j ,;;; Dazu wird bemerkt: „Polnische Vereine, polnische Genossenschaften, polnische Banken sind allenthalben anzutreffen und schmälern systematisch den Verdienst der jüdischen Kaufleute. Auf der anderen Seite hat die deutsche Handelswelt, im Osten von der Ansetzung der Ansiedler so gut wie gar keine Vorteile. Unter Förderung der staatlichen Organe hat man die Begründung zahlreicher landwirtschaftlicher Genossenschaften Raiffeisenscher Richtung ins Werk gesetzt. Diese schließen die Ansiedler wirtschaftlich zusammen, organisieren die Märkte und halten den Waren- und Kreditverkehr vollkommen im Gange. Die von außen her herangezogenen Gewerbetreibenden im besonderen sind meist künstlich ausgebaute und k ü n st l i ch erhaltene