Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1909-09-01
- Page
- 524 (sequence 2)
- Language
- German
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524 Im deutschen Reich. einen Todfeind wir genährt haben, der uns jetzt mit ganzer Rücksichtslosigkeit behandelt. Mit ähnlichen Artikeln tönnteil wir ganze Spalten der Zeitungen ausfüllen, welche unser Publikum abschrecken würden, von solchen Stockfischen, Jtzigs itiib Baron Cohns zu kaufen; denn unser Volk zieht ja zu ihnen wie zu Honig. Dieser Artikel verdient daher, unserem Volke ein Sporn zu sein, ihre Eigenen zu unterstützeil. Andererseits und für unsere Kausleute ist er ein Zeichen zur energischen Bemühung, sich die jüdischen Reisenden vollständig abzuschütteln." Sämtliche 23 jüdischen Kausleute in Exin richteten deshalb an die Redaktion des „Lech" das Ersuchen, ihre gemeinsame Erklärung zu veröffentlichen, daß sich in keinem ihrer Geschäfte ein Vorfall, wie der geschilderte, zugetragen habe. Da bei den scharfen nationalen Gegensätzen die Aufnahme der Berichtigung im „Lech" aus Wunsch der jüdischen Kaufleute in Exin kaum zu erhoffen war, wandte sich der Vorstand des Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens im Interesse der geschädigten jüdischen Kausleute Exins an den Reichstagsabgeordneten für Gnesen, Herrn Fabrikdirektor v. Grabski, mit der Bitte, durch seinen Einfluß eine Richtigstellung des Sachverhalts im „Lech" herbeizuführen, und betonte dabei seine Ueberzeugung, daß Herr v. Grabski es gewiß auch verabscheuen würde, wenn ans Grund unwahrer Berichte völlig unpolitische Elemente, die in redlichster Weise ihrem Erwerbe nachgehen, auf das äußerste geschädigt würden. Die Redaktion des „Lech" brachte darauf eine Notiz des Inhaltes, Herr Reichstagsabgeordneter v. Grabowski habe sich um die Zurücknahme der Notiz an sie gewandt, sie würde dies aber nur tun, wenn ihr Exiner Berichterstatter sich darüber geäußert habe. Mehr war von der Redaktion des „Lech" zunächst nicht zu erzielen. Das Verhalten der Redaktion des „Lech", welche allen Grund gehabt hätte, der Wahrheit die Ehre zu geben und das den geschädigten jüdischen Kaufleuten in Exin zugefügte Unrecht gutzumachen, verdient niedriger gehängt zu toeri>eit als ein Beispiel, mit welchen Mitteln die polnischen Antisemiten die jüdischen Kaufleute zu bekämpfen suchen. Unsere deutschen Antisemiten sollten aber aus solchen Vorgängen erkennen, wie doppelt schwer die jüdischen Deutschen in der