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Im deutschen Reich · 1909-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1909) · p. 457

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1909)
Article
[Ohne Titel]
Date
1909-07-01
Page
457 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Vereinsuachrichten. 457 Die Neuwahl wurde auf den 11. Mai d. I. anberaumt und hatte zum Ergebnis, daß — wie das Bezirks kommando Chemnitz Herrn Rechtsanwalt Dr. Mühlfelder wörtlich mitgeteilt hat — „von 87 anwesenden Offizieren 86 Herren Dr. Mühlfelder als nicht geeignet zum Offizier des Beurlaubtenstandes gehalten haben." Mehr als irgendwelche theoretischen Erörterungen es können, zeigt dieser Vorfall, VM welchem Geiste ein großer Teil unseres Reserveoffizierkorps befangen ist, und wie vielfach nicht Grundsätze der Gerechtigkeit und Würde, sondern lediglich mittelalterliche Vorurteile für Wahlen entscheidend sind. — Herr Dr. Mühlfelder wird sich gewiß über die ihm zuteil gewordene Zurücksetzung zu trösten wissen, zumal in diesem Falle klar liegt, daß sic nicht seiner Person, sondern seiner Religion gilt. — Die dreiste Verleumdung des Herausgebers der „Schlesischen Morgenzeitung", des früheren Pastors Dr. Nitschke in Breslau, der behauptet hatte, es habe zwar bis 1870 in der preußischen Armee jüdische Militärärzte gegeben, aber man habe von der weiteren Mitwirkung solcher Aerzte Abstand genommen, weil viele D ut ch - stechereien bei der R e k r u t e n a u § h e b u n g vorgekommen seien, ist zwar infolge unserer Bemühungen offiziell widerlegt worden, scheint aber leider straflos bleiben zu sollen. Sowohl der Central-Verein als auch die gekränkten wenigen noch lebenden jüdischen Militärärzte haben sich in der Erwartung getäuscht, daß die Vorgesetzte Behörde sich verpflichtet erachten werde, den schlesischen Geistlichen, der makellose Sanitätsoffiziere gröblich zu verleumden gewagt hatte, zur Rechenschaft zu ziehen. Dadurch ist aber die Frist versäumt worden, selbst den Rechtsweg zu beschreiten und den Verleumder durch eine Beleidigungsklage der Betroffenen zur Rechenschaft zu ziehen. In den Augen aller Wahrheitsfreunde ist er aber jedenfalls gerichtet. Wir werden uns mit seiner Person in einem späteren Hefte noch eingehender beschäftigen. Wir haben die Genugtuung erlangt, daß alle seine Ausreden durch amtliche Kundgebungen aller deutschen Kriegsminister in überzeugender Weise widerlegt worden sind. Das ist sicher wertvoller als eine diesem Herrn Pastor a. D. etwa zudiktierte Geldstrafe. Daß einzelne Durchstechereien bei den Rekrutenaushebungen vor Jahren vorge-

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