Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 442 (sequence 4)
- Language
- German
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442 Im deutschen Reich. erwünscht sein, die einen Schützling aus einer kleinen Gemeinde oder aus einem, eine entsprechende Wohlfahrtseinrichtung entbehrenden Landesteile unterzubringen haben. Diese Zusammenstellung soll aber auch, dazu dienen, weiteren Kreisen davon Kenntnis zu geben, an welchen für die Allgemeinheit notwendigen Einrichtungen es jetzt noch fehlt und was in dieser Beziehung noch zu leisten ist. Eine recht sorgfältige Durcharbeitung haben die zahlreichen von der jüdischen Gemeinde Berlin ressortierenden Stiftungen erfahren. Auch der Teil des Buches, in dem die jüdischen Gemeinden und Vereine im deutschen Reiche aufgeführt sind, trägt durch seine Genauigkeit in seinem jetzigen Umfange wesentlich dazu bei, das frühere Statistische Jahrbuch zu dem zu machen, was es sein soll: zu einem nahezu unentbehrlichen „Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege". — In dem Juniheft der „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" bespricht Herr Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau in eingehender Weise „Die Austritte aus dem Judentum" in Berlin während der Jahre 1907 und 1908 auf Grund von Feststellungen aus den Akten des Vorstandes der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Danach sind in Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf und Rixdorf insgesamt 1907 149 Personen (106 Männer und 43 Frauen), 1908 aber 186 Personen (118 Männer und 68 Frauen) aus dem Judentum ausgetreten. Während das Jahr 1907 mit den Jahren 1905 und 1906 dabei gleichen Schritt hielt, zeigt das Jahr 1908 eine sehr bedauerliche außerordentliche Steigerung auf. Besonders bemerkenswert ist die erhebliche Vermehrung der Austritte weiblichem Personen. Herr Dr. Blau stellt ferner fest, daß die meisten Austritte sowohl bei den männlichen wie bei den weiblichen Personen in einem Lebensalter von 20 bis 40 Jahren stattgefunden haben, daß von den 1907 ausgetretenen Frauen 12 ledig, 31 verheiratet, von den 1908 ausgetretenen 19 ledig und 49 verheiratet gewesen sind. Von den in beiden Jahren aus dem Judentum Ausgetretenen stammten 81 aus 'Berlin, 41 aus Schlesien, 35 aus Oesterreich-Ungarn, 26 aus Posen, 17 aus Westpreußen, 14 aus der Provinz Brandenburg (ohne Berlin), 11 aus der Rheinprovinz, aus anderen Landesteilen nur vereinzelte Personen. Von den in beiden Jahren aus-