Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 438 (sequence 13)
- Language
- German
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438 Im deutschen Reich. Nachdem Jahre hindurch der „Vexbanb 6er russischen Leute" unter dem Deckmantel nationaler Gesinnung ein unerhörtes Treiben entfalten und ungestraft Verbrechen auf Verbrechen häufen konnte, ist doch die Reichsduma in Rußland zu der Ueberzeugung gelangt, daß dieser verbrecherischen Tätigkeit des Verbandes ein Ende gemacht werden müsse. Die von der Duma zur Untersuchung der Angelegenheit eingesetzte Kommission geht davon aus, daß vom „Dubrowinschen Hauptquartier" der „weiße Schrecken" im russischen Reiche verbreitet worden ist. Der Ausführung des Odessaer Pogroms soll ein ausführlicher Brief- und Depeschenwechsel zwischen Dr. Dubrowin, dem Präsidenten des Verbandes, und dem Grafen Komownizyn, dem Leiter der Odessaer Filiale des Verbandes, vorangegangen sein. Nach dem Gelingen des Odessaer Pogroms ist Graf Komownizyn mit dem früheren Postbeamten Moissejenko, einem Hauptteilnehmer an dem Pogrom, nach Petersburg gekommen, wo Moissejenko als Held des Tages gefeiert wurde. Der Einfluß des Zentralkomitees des Verbandes ging so weit, daß Dubrowin seine.Helfershelfer einfach zu den Gouverneuren sandte, und durch diese ganz neutrale Personen verhaften und ausweisen ließ. Ueberall in der Provinz hat dann noch bewaffnete Polizei auf Veranlassung der Gouverneure und Verbändler Unruhen angestiftet. Die Enthüllungen über den Verband der echt russischen Leute haben bereits mehrere seiner höheren Gönner veranlaßt, zu verkünden, daß sie von der terroristischen Tätigkeit des Vereins keine Ahnung gehabt hätten. Als Dubrowin den Versuch machte, eine Audienz in Zarskoje-Selo zu erhalten, um den Zaren zu bitten, die ganze Angelegenheit niederzuschlagen, haben seine einstigen Beschützer ihm die Audienz glatt abgeschlagen, weil der Hof unter keinen Um- -ständen kompromittiert werden dürfe. Aus diesem Grunde soll auch die russische Regierung gar keine Lust verspüren, von dem Anerbieten Frankreichs, den Mörder des Abgeordneten Zolles, Feodorow, auszuliefern, Gebrauch zu machen, da Feodorow in der Lage sein soll, nachzuweisen, wer nicht nur um sein Verbrechen, sondern auch um die Ermordung Herzensteins vorher gewußt hat. Der Stein ist aber einmal ins