Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 433 (sequence 8)
- Language
- German
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Umschau. 433 des Volkes den Kampf gegen die Konservativen energisch durchzuführen. In einer Versammlung des Ortsvereins Detmold des DeuLsch-naLronaleir Hanölungsgehilfen-Verbanöes ist nach längerer scharfen Aussprache einstimmig eine Resolution gefaßt 'worden, in der die ablehnende Stellung des Reichstagsabgeordneten Wilhelm Schack gegen die von der Regierung geplante Nachlaßsteuer entschieden verurteilt und betont wurde, daß eine derartige Stellungnahme des Vorsitzenden des Verbandes im Parlament den Wünschen und Zielen des Verbandes entgegenstehe. Auch in anderen Ortsvereinen des Verbandes ist man sich darüber klar geworden, daß der Abg. Wilhelm Schack, der sein Mandat der Unterstützung des „Bundes der Landwirte" verdankt, kaum geeignet sei, diesem die Interessen des Handels und der Industrie wenig berücksichtigenden Bunde gegenüber die Berufsinteressen deutscher Handlungsgehilfen zu vertreten. Von agrarischer und konservativer Seite wird demgegenüber behauptet, daß die Herren Handlungsgehilfen bei der jetzigen Krisis verpflichtet seien, ihre „nationalen", d. h. in diesem Falle wohl nur „antisemitischen" Tendenzen mehr ins Auge zu fassen als ihre Berufsinteressen und Existenzfragen, aber diese Ratgeber haben wohl selbst, noch nie ein ähnliches Beispiel idealer Selbstverleugnung gegeben, wie sie solche den jungen Kaufleuten zumuten. Wenn diese sich auf ihren Vorteil verstünden, hätten sie sich längst der antisemitischen Führer entäußert, die sie nur von ihren Berufsgenossen getrennt und vor den Karren der Reaktion gespannt haben, während Handel und Industrie nur blühen und gedeihen und die ihnen Angehörenden fördern können, wenn Fortschritt und Aufklärung eine freie und gemeinsame Entfaltung aller Kräfte ermöglichen. Der Antisemitismus ist eine zweischneidige Waffe, die häufig genug auch die verletzt, die sie schwingen, ein trauriges Kampfmittel, das dazu bestimmt ist, eine fast wehrlose Minderheit rechtlos zu machen, aber noch keinen beglückt hat, der es zur Anwendung brachte. Wer für Menschenliebe wirkt, wird immer sich selbst und seine Mitarbeiter achten, und selbst