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Im deutschen Reich · 1909-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1909) · p. 426

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1909)
Article
Aus der Zeit des 30jährigen Krieges
Date
1909-07-01
Page
426 (sequence 3)
Language
German
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426 Im deutschen Reich. damit sich niemand mit Vnwissentheit entschuldigen möge / So haben wir diß vnser Mandat Lrucken vnd in allen vnsern Amptern öffentlich vnter vnserm Fürstlichen Secret Jnsiegel anschlagen lassen / 3i§u3.tuin Cassel am 4. Tag ^.nno 1622." * in Baden-Baden in der Nacht zum 3. Juni erfolgte Hinscheiden des freisinnigen Politikers Dr. Theodor Barth, des charaktervollen Vorsitzenden des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, ist im Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens schmerzlich beklagt worden. Haben wir doch in ihm stets einen unentwegten Mitkämpfer gegen die Dunkelmänner gehabt, die durch ihre Wühlerei die schlimmsten Instinkte der Massen wachzurusen suchen, einen Streiter, der auf anderen Wegen als wir, aber doch immer dem gleichen Ziele zustrebte und uns gegenüber an der Methode festhielt: „Getrennt marschieren, vereint schlagen!" Von dieser Ueberzeugung durchdrungen, hat der erste stellvertretende Vorsitzende des Central-Vereins, Herr Justizrat Or. Fuchs, bei dem Festmahle, das im März 1907 zu Ehren Barths vor seiner letzten Reise nach Amerika veranstaltet wurde, an ihn die Worte gerichtet: „In dem notgedrungenen Kampfe gegen Rassenhaß und Klassenhaß, den man uns aufgezwungen hat, haben Sie unermüdlich in der vordersten Reihe gestanden. Siehaben das Erbe Ihrer Vorgänger Gneist und Rickert gewahrt und gemehrt. Sie haben uns in einer Zeit, in der die Schlagworte des Nationalismus Triumphe gefeiert, niemals geglaubt, daß es für den Liberalismus einen Konflikt mit der nationalen Idee geben könnte, der ihn zwänge, die liberalen Forderungen auch nur zeitweise zurückzustellen. Müßten wir heute Abschied für immer von Ihnen nehmen, so täten wir es mit dem wehen Gefühl, als ständen wir am offenen Grabe unseres besten Freundes. So aber hoffen wir in Dankbarkeit und Verehrung auf Ihre baldige Wiederkehr und bitten Sie, unserer . stets zu gedenken, wie wir auch Sie nicht vergessen werden!"

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