Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / -tz-
- Date
- 1909-06-01
- Page
- 382 (sequence 3)
- Language
- German
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382 Im deutschen Reich. bei GeburLsanmeldungen von Kindern jüdischer Eltern eine Bescheinigung zum Zwecke der Taufe nicht mehr ausfertigt. Der Magistrat, gez. Linde. An den Central-Verein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin SW., Lindenstraße 13. — Der „Göttinger Deutsche Bote" hatte unter dem 3. April 1909 einen Artikel über „Das Schächten und die jüdische Religion" gebracht, in dem nachstehendes gesagt wurde: „In dem Streit um das Schächten, die jüdische Art des Viehschlachtens durch Halsschnitt ohne Betäubung des Tieres, sollte das folgende Urteil aus jüdischem Münde nicht unbeachtet bleiben: ..Wer sich allein auf den Standpunkt des Tierschutzes stellt, der wird unbedingt zugeben müssen, daß das Schächten keine ideale Tötungsart ist, und daß sicher viele Juden in ihrem tierfreundlichen Gewissen sich erleichtert fühlen würden, wenn die vorherige Betäubung gestattet wäre." (Allgem. Zeitung des Judentums, Berlin 1900, S. 269; vgl. auch S. 372.)" ' : ' Wir haben darauf die Direktion der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" befragt und den Bescheid erhalten: „Wir teilen Ihnen mit, daß wir die zitierte Stelle weder auf der genannten Seite noch in der ganzen Umgebung gefunden haben, trotzdem wir uns die größte Mühe gegeben haben. Wir halten es zudem für sehr unwahrscheinlich, daß eine solche Notiz in der Zeitung gestanden hat." — Der Redaktion des „Göttinger Deutschen Boten" die Zumutung zu stellen, eine Berichtigung zu veröffentlichen, halten wir nach dem Charakter dieses Blattes nicht für angezeigt. Es genügt wohl auch, diese Leistung niedriger zu hängen, um zu zeigen, mit welchen Mitteln die Antisemiten und die von ihnen stark beeinflußten Schächtgegner in den Tierschutzvereinen gegen das rituelle Sch ächtverfahren kämpfen. — In einer öffentlichen Versammlung der Ortsgruppe Stuttgart des Central-Bereins sprach der Vereins- Syndikus, Rechtsanwalt vr. Holländer aus Berlin, am 27. April d. I. über „Die Stellung der Juden im öffentlichen Leben". Der große Saal des Bürgermuseums war von Damen und Herren fast vollständig besetzt, und mit größter Aufmerksamkeit folgten die Hörer den klaren,