Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-06-01
- Page
- 376 (sequence 3)
- Language
- German
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376 Im deutschen Reich. g a r nicht g e t et u f t i st, um flugs beut Argwohn Nahrung zu geben, daß hinter dem Brustlatz des Betreffenden vielleicht ein Defekt der nationalen Gesinnung zu entdecken sein könnte. Es gibt verschiedene Formen des Patriotismus, und diese sollen sich gegenseitig ergänzen und sachlich korrigieren, aber nicht sich untereinander verketzern/' > NaLLorvitz, 2. Mai. Das „Oberschlesische Tageblatt" hatte am 23. Oktober v. I. folgendes berichtet: „Der Polizeikommissar Richter in Kattowitz erschien vor einigen Tagen zur Vornahme der gewerblichen Revision in einem hiesigen Warenhause. Sein Auftreten dabei war nach den uns gewordenen Mitteilungen derart, daß es den: aufrechten Bürger als Beteiligten oder Zuschauer die Siedehitze ins Blut treiben mußte. In der Tat sah sich der Angestellte, der den Beamten begleitete, veranlaßt, um höflichere Behandlung zu bitten und darauf aufmerksam zu machen, daß die überlaute Sprache des Kommissars in einem öffentlichen Verkaufslokal untunlich und ruhestörend sei. Das Ersuchen des Warenhausangestellten war der Beginn eines kurzen Wortwechsels, den der Kommissar mit dem Verlangen nach den Personalien des anderen abschloß. Dabei Lat der Polizeibeamte die seltsame Frage: „S i n d Sie Ausländer?" Antwort: „Nein, ich bin Deutscher; aber warum denn Herr Kommissar?" Daraus brach der Kommissar Richter in die Worte aus: „Ihr Glück! S o n st h ä t t e i ch I h n e n d a s a n g e st r ichen!" — Neuerdings berichtete dasselbe Blatt: „Die Leser des „O. T." werden sich eines Artikels erinnern, durch den ein Zusammenstoß des Kommissars Richter mit dem Angestellten eines hiesigen Warenhauses zur Sprache gebracht wurde. Herr Kommissar Richter fühlte sich durch unsere Mitteilungen beleidigt und bestritt vor allen Dingen die Richtigkeit der von uns behaupteten Tatsachen, die zu einer abfälligen Kritik seines Verhaltens Herausforderin. Auf seine Anzeige leitete der Staatsanwalt gegen die Redakteure des „O. T." ein Strafverfahren ein, das aber laut Mitteilung des Ersten Staatsanwalts in Beuthen vorn 6. Mürz 1909 eingestellt werden mußte. Darauf wurde ein zweites Verfahren anhängig gemacht, und zwar gegen den Warenhausangestellten, der bei dem von uns geschilderten Vorgehen des Polizeibeamten der leidende Teil gewesen ist. Auch dieses Verfahren mußte ein-