Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-06-01
- Page
- 373 (sequence 13)
- Language
- German
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Umschau. 373 in bezug auf die militärische Eignung der jüdischen Rasse muß angesichts nachstehender Zahlen verstummen: Es dienten seit 1880 nach zuverlässiger privater Feststellung in Preußen: Davon wurden zu Reseroe- . Offizieren befördert Einjahrig-Freiwillige jüdischen Glaubens. 25—30,000 Einjahrig-Freiwillige rein jüdischer Abstammung (Vater und Mutter- Juden oder Juden gewesen), aber zum christlichen Glauben übergetreteu 1200—1500 etwa 300 Daß die preußische Armee eine ganze Reihe aktiver Offiziere rein jüdischer Abstammung, darunter Stabsoffiziere und Generale aufweist, ist hinlänglich bekannt." Also für den Staat bezw. für die Heeresverwaltung ist die Abstammung kein Hindernis, sondern nur die religiöse Ueberzeugungstreue, eine Tatsache, die es schwierig macht — keine Satire zu schreiben! Wenn ein Glied von einem schweren Leiden befalwn ist, ohne daß man rechtzeitig auf Abhilfe bedacht ist, wird bald die ganze körperliche Konstitution in Mitleidenschaft gezogen. Die Judenfrage ist von der gesamten sozialen Frage nicht 51t trennen, die Abwehraugelegenheit nicht von dem Streben nach freiheitlichen Institutionen, nach Verbreitung von Aufklärung und Verbannung mittelalterlicher Anschauungen. Die innere Politik des Deutschen Reiches steht jetzt vor einer Krisis, bei der es sich keineswegs nur um eine schwierige Finanzfrage, sondern um weit mehr handelt: darum, ob die Staatsleitung sich dem Willen der Großgrundbesitzer und deren reaktionären Gepflogenheiten unterwerfen oder wie der Riese Antäos dort neue Kraft suchen will, wo sie am besten und wohlfeilsten zu finden ist, in der innigen Berührung mit der Erde, d. h. mit den breitesten Schichten der Bevölkerung und unter Abstreifung aller Dinge, die diese durch Rasse n - und K l a s s e n ly a ß zersplittern und verwildern. Wir stehen am Scheidewege; der Worte sind genug gewechselt; laßt uns nun endlich Taten sehen! Was gilt es? Gleiche Rechte u n d gleiche Pflichten, oder — Herrenm 0 r a l? A. L.