Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-06-01
- Page
- 365 (sequence 5)
- Language
- German
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Umschau. 365 marken für ba$ Deutschtum ebensowenig Verständnis haben wie für die Interessen der christlichen Angehörigen des deutschen Mittelstandes und der kleinen Grundbesitzer. Die Rassenfanatiker sind eben nicht geeignet, in Gegenden mit gemischter Bevölkerung Sympathien für das Deutschtum zu erwecken; sie haben nicht nur tatsächlich auf den Gang der auswärtigen Politik des deutschen Reiches in den letzten Jahrzehnten den schlimmsten Einfluß dadurch ausgeübt, daß ihr Treiben den Nachbarvölkern tiefes Mißtrauen gegen die Friedensliebe der Deutschen einslößte, sondern auch im Innern des Reiches beständig die Gegensätze verschärft. Wer z. B. in der Schweiz gelebt hat, der wird als Deutscher mit tiefstem Mißmut bemerkt Haben, welchen üblen Eindruck der Lausanne? Srofessoren-Streit selbst auf solche Kreise gemacht hat, die vor deutschem Wissen und Wesen bisher die größte Hochachtung bekundet haben. Der in Lausanne gemaßregelte deutsche Professor Kuhlenbeck soll sich, wie bei der Beratung des Kulturetats von dem Ab g. Prof. Dr. v. Liszt behauptet worden ist, als „Alldeutscher" der besonderen Gunst des ehemaligen Ministerialdirektors Althosf erfreut haben, der ähnliche Elemente mit besonderer Vorliebe nach den Ostmarken verpflanzt hat. Sicher würde der von eingefleischten „Ariern" mit Unrecht zu einem Märtyrer des Deutschtums gestempelte, in Lausanne durch sein unkollegiales Gebahren unmöglich gewordene Professor Kuhlenbeck in Preußen bereits durch eine Wiedereinstellung entschädigt worden sein, wenn nicht unparteiische deutsche Gelehrte wie Professor vr. Bierman u. a. m. sich über ihn mißbilligend geäußert hätten und wenn nicht Professor Or. v. Liszt im Parlament nachgewiesen hätte, daß Kuhlenbeck nur das Opfer seines Mangels an Takt geworden sei, und seine wissenschaftlichen Leistungen öffentlich einer vernichtenden Kritik unterzogen hätte. Liszt sagte von diesem Rassensanatiker: „Die schwersten Jrrtümer sind ihm unterlaufen, das meiste hat er mit der Schere zusammengetragen und abgeschrieben. Wer sich eine heitere Stunde bereiten will, der muß einmal sein Buch lesen „Die natürlichen Grundlagen des Rechts und der Kritik". Er zeigt sich darinals der streng st e Rassentheoretiker im Stile Go-