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Im deutschen Reich · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. 355

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
Ist der Plattfuß eine Rasseneigentümlichkeit?
Date
1909-06-01
Page
355 (sequence 2)
Language
German
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Ist der Plattfuß eine Rasseneigentümlichkeit? 355 flach hervortretende Außenwand, das dicke Fettpolster in der Höhlung am Jnnenrande, alles ist an ihm unschön." Ein nordamerikanisches Volkslied, welches die Eigentümlichkeiten des Fußes schildert, drückt sich über diesen Punkt höchst treffend aus, indem es sagt: „Er tritt mit der Höhlung seines Fußes ein Loch im den Boden." The hollow of his foot Makes a hole in the ground. „Beißender möchte das Eigentümliche dieses Baues nicht angegeben, das Unschöne desselben nicht boshafter hervorgehoben werden können. In der Tat, man sieht die ganze Last des Körpers gerade auf der Stelle deu Boden drücken, welche beim Europäer die erhabenste ist und frei schwebend über dem Grunde die Leichtigkeit des Ganges so außerordentlich begünstigt, die Schönheit desselben um so mehr hervorhebt, je schwebender der Körper mittels dieser Anordnung gehalten wird." r . |! „Da nun die Form und der Bau des Fußes gleichzeitig als Maßstab für das geistige Niveau angesprochen wird, so würden der Neger und alle mit Plattfuß behafteten Wesen dem Tiere am nächsten stehen." Soweit Burmeister. Durch die Untersuchung späterer Forscher ist die Unhaltbarkeit und Unrichtigkeit der obigen Behauptungen bewiesen worden, so daß der bekannte Anthropologe Rob. Hart mann anläßlich der Diskussion über diese Frage die Aeußerung tat: „Es liefert wieder den Beweis, wie sehr man sich bei dergleichen Gegenständen vor zu frühzeitigem Generalisieren hüten muß." Burmeister hatte feine Untersuchung an einem Menschenmaterial angestellt, das von frühester Jugend zu schwerster körperlicher Arbeit gezwungen war und naturgemäß eine Überlastung des Fußes mit seinen Folgen zeigen mußte. Das große Interesse, welches Rud. Virchow, der berühmte Altmeister ethnologischer Arbeit, auch diesem Gebiete zuwendete, veranlaßte Berf. im Jahre 1902 Untersuchungen an Füßen bei hier im Panoptikum auftretenden Negertruppen anzustellen, welche ergaben, daß der Fuß keine Deformität zeige. (Siehe Deutsche Medizinische Wochenschrift 1902, Nr. 26.) > i ‘l5’;:

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