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Im deutschen Reich · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. 354

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
Ist der Plattfuß eine Rasseneigentümlichkeit?
Date
1909-06-01
Page
354 (sequence 1)
Language
German
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354 Jrn deutschen Reich. Ist der Mattfuß eine Waffen eigerttümtichkeM Ein Beitrag Zum Kapitel der Rassetheorien und antisemitischen Vorurteile. Von Or. Muskat, Spezialarzt für orthopädische Chirurgie, Berlin. In einer Diskussion im preußischen Abgeordnetenhause anläßlich des bekannten Borkum liebes im Jahre 1908 wurde, wie schon des öfteren an anderer Stelle, darauf hingewiesen, daß den Semiten ein Plattfuß r as s e n e i g e n tüm - lich fei, ein Umstand, der einen Teil ihrer Unbeliebtheit bei den'Angehörigen anderer Raffen erkläre. Der ungeschickte, schwerfällige Gang der semitischen Rasse mache diese zu körperlichen Leistungen ungeeignet, so daß z. B. ihre Beförderung zu militärischen Vorgesetzten undenkbar wäre. Es ist hier nicht die geeignete Stelle, über den Begriff „Rasse" zu diskutieren; soviel sei aber erwähnt, daß Rassenreinheit in kulturell entwickelten, alten Staaten kaum zu finden sein dürfte. Mit der Annahme, daß der Plattfuß ein spezifisches R a s s e n m e x l m a l )ei, muß aber endlich einmal gründlich aufgeräumt werden. Es gibt bedauerlicherweise noch heute Lehr- und Handbücher, in denen sich der.Satz findet, daß der Plattfuß eine Rassen eigentümlichkeit . der Neger und Semiten wäre. Genau so wenig wie diese immer wiederkehrende unerwiesene Behauptung auf den.Neger zutrifft, gilt sie für den Semiten. Obwohl schon oft von den verschiedensten Seiten das Irrige dieser sogenannten Tatsachen bekämpft wurde, ist der Glaube an das Vorhandensein eines derartigen Leidens schon so tief eingewurzelt, daß die Semiten selbst von diesem „Rassenmerkmal" überzeugt sind, und in mehr oder weniger witziger Weise darüber spötteln. Die Beschreibung, welche Burmeister in den Geologischen Bildern 1855 von dem Negerfuße gibt, dürfte wohl auch nach der irrigen Vorstellung vieler Beobachter dem Fuße der Semiten entsprechen. Burmeister sagt: „Der Fuß macht einen sehr unangenehmen Eindruck. Die absolute Plattheit desselben, der breite, nach hinten hervorragende/niedrige Hacken, die nach außen

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