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Im deutschen Reich · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. 345

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
Der Antisemitismus an den deutschen Hochschulen
Date
1909-06-01
Page
345 (sequence 6)
Language
German
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Der Antisemitismus an den deutschen Hochschulen. 345 schiede. Wie schon der Name „Verein" andeutet, streben sie Leinen so innigen Zusammenschluß der Mitglieder an, wie die K. C.-„Verbindungen", und diesem Unterschied entspricht ihre verschiedene Stellung zur Couleur- und Satisfaktionsfrage. Auch in der Auffassung der Judensrage gehen die Leiden großen Verbände auseinander, da sich in den im B. I. C. vereinten Korporationen eine Hinneigung zu nationaljüdischen und zionistischen Bestrebungen geltend macht. Es entspricht der Vielgestaltigkeit des studentischen Lebens, daß neben beiden großen Verbänden auch noch andere jüdische Korporationen mit mannigfaltigen Bestrebungen und Tendenzen ins Leben gerufen wurden. Es seien hier nur die im K. Z. V. (Kartell zionistischer V e r b i n d u n g e n) vereinigten nationaljüdischen Korporationen und der in Berlin bestehende „Akademische Verein für jüdische Geschichte und Literatur" erwähnt. Ist auch die Abwehr des Antisemitismus nicht ihr unmittelbares Ziel und der ausgesprochene Zweck, so haben doch auch sie in diesem Kampfe wertvolle Beihilfe geleistet. Trotz der Verschiedenheit der Ziele ist eine verhängnisvolle Zersplitterung der Kräfte und ein verderblicher Konkurrenzkampf unter den Korporationen nicht hervorgetreten. Haben die verschiedenen Verbände auch getrennte Wege eingeschlagen, das Ziel ist bei ihnen dasselbe, der Kamps gegen die Judenhehe. Ihre Besonderheiten ermöglichen es allen jüdischen Studenten, nach ihren verschiedenen individuellen Neigungen sich an dem Kampfe zu beteiligen, sie haben es aber auch nicht gehindert, daß sich die verschiedenen Korporationen — wenn es nottut — zum gemeinsamen Vorgehen zusammeng efund en h aben. Der Erfolg der jüdischen Verbindungen hat gezeigt, daß ihr Weg der richtige gewesen ist. Ihr mannhaftes Auftreten und ihr starkes Selbstbewußtsein haben schon heute manche Vorurteile zerstört und wird ihnen die Achtung der christlichen Kommilitonen sichern. Der jugendfrische, tatkräftige Geist, der in ihnen lebt, wird sich aber auf weite jüdische Kreise übertragen und auch den Kampf im bürgerlichen Leben anregen und beleben*). *) Die Wirksamkeit der jüdischen Studentenverbindungen ist leider in den weitesten Kreisen unserer Mitglieder noch nicht ge-

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