Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Judentum und Literatur
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 329 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316779-2316784-2341575--19106-2341688- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vermischtes. 129 % der Jahre a lt d) b i e ch r i st liche mit f o r L g e r i s s e n hat, so daß wir allerdings, was eine künftige Generation angeht, erwarten dürfen, daß das Interesse an der Literatur sich gesellschaftlich immer mehr ansbreiten wird. Die P i oit ierdienste h a t die b e s o n bete j ii dische Gesellschaft geleistet. Wenn nun Bartels es als eine unmittelbare Aufgabe der deutschen Intelligenz betrachtet, das Judentum von der Literatur zurückzudrängen, so werden sich a l l e de u t s ch eit D i d) ter u n b S ch rist st e l l e r eifrig dagegen w e h r e n m ii s sen , d a ß i h n e n der A st a b g e s ä g t io i r d , a u f d e m sie fitze n. Gewiß entstehen dadurch mancherlei Einseitigkeiten, es leidet die nationale Tiefe unserer Literatur, und die Großstadt gibt zu einseitig den Ton an, aber dieses Uebel ist jedenfalls geringer als dasjenige, an dem die deutsche Literatur seither gelitten hat, daß der Deutsd)e es überhaupt als eine frevelhafte Verschwendung betrad)tete, ein Buch um einen Preis zu kaufen, für den man sicheine gute Flasche Wein leisten kann/' * Gin interessanter Briefwechsel. Im Novemberheft des vorigen Jahrganges herben wir unter der Ueberschrist „Ein interessanter Briefwechsel" berichtet, daß die Inhaber der Agenturfirma von L. Schnock in M.-Gladbach gegen die Leiter der Aktiengesellschaft Hartweizen, Griessabrik in Lambrecht (Direktor Emil Rex und Prokurist August Beyer) wegen der in zwei Zuschriften enthaltenen verletzenden antisemitischen Aeußerungen Privatklage. erhoben haben. In der in M.-Gladbach am 21. Januar dieses Jahres stattgehabten Schöffengerichtsverhandlung sind die Angeklagten wegen Beleidigung jeder zu 50 Mk. Geldstrafe, bezw. zu einer Gefängnisstrafe von je 10 Tagen kostenpflichtig verurteilt worden. In der Urteils-Begründung ist u. a. gesagt, der Ausdruck „ohne jüdische Drohungen", zu dein dem Angeklagten keine Veranlassung gegeben war, bezieht sich in seiner höhnischen Fassung auf die Privatkläger i n ihrer Eigenschaft als Juden und enthält eine Kränkung für sie. Die Angeklagten sind daher wegen Vergehen gegen 8 ld5 des Strafgesetzbuches zu bestrafen. Bei der