Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- H., Karlsruhe
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 321 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten. 321 die selbige wissen wollen. Seien Sie überzeugt, daß ich vor jedem Ehrenmann die gleiche Hochachtung habe und niemals eine solche verweigern würde. Hochachtungsvoll und ergebenst gez. prakt. Zahnarzt Trebst." Daß Herrn Trebst die Patienten als gleichwertig gelten, haben wir nie bezweifelt, sondern nur festgestellt, daß er bei den A s s i st e n L e n unzulässige Unterschiede macht. Sein Brief, ein deutliches Zeugnis der nur durch die Angst vor dem Verlust jüdischer Kunden bemäntelten konfessionellen Unduldsamkeit, ist geradezu typisch für ein mißbräuchliches Verhalten jüdischen Anstellungsuchenden gegenüber, das um so schärfere Rüge verdient, als die, von denen es ausgeht, sich nicht einmal bewußt, sind oder nicht bewußt. sein wollen, wie häßlich es ist. Dann muß man es ihnen eben dadurch klar machen, daß der Jude sich von denen grundsätzlich fernhält, die der bedenklichen Losung huldigen: „Den Juden ehren, aber nicht ernähren!" Gegen eine derartige Konfessionalisierung einzelner Berufszweige muß entschieden Abwehr geübt werden, wenn sie nicht noch mehr überhand nehmen und die ohnehin schwierige Berufswahl der jüdischen Jugend sich in Zukunft noch mißlicher gestalten soll. Zu den Zahnärzten, die nur christliche Gehilfen suchen, gehören die Herren Thurner in Cottbus, Beckstroem in Neustrelitz, Dr. Sa Witz ky in Königs ber i. Pr., Struck in Parchim und Kirchhofs in Wilhelmshaven. In einer der neuesten Nummern der „Zahnärztlichen Wochenschrift" empfehlen sich von 41 Stellesuchenden 17 als Christen, 2 als Juden, letztere offenbar, um nicht bei Bewerbungen bei unduldsamen Arbeitgebern sich umsonst zu bemühen. —~ Die Lage der jüngeren jüdischen Apotheker wird hinreichend dadurch gekennzeichnet, daß selbst solche Apothekenbesitzer, die allen Grund hätten, auf jüdische Kunden und jüdische Aerzte Rücksicht zu nehmen, loie z. B. der Verwalter der Kommandanken-Apotheke in Berlin C., Seydelstr. 16, der Besitzer der Fürst Bismarck- Apotheke, Berlin 80., Oppelnerstr. 38, Herr Willy Lehmann, ferner die Herren C. Krüger, Berlin X., Ackerstr. 27, Dr. Plack in Berlin-Zehlendorf und Reinh. Rietz in Berlin-Zossen, für