Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 299 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316779-2316784-2341540--19008-2341658- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 299 meinte habet: „Interessant wäre es, einmal etwas Genaueres über die Vorbildung der Theaterdirektoren und über i h r e Religion zu erfahren. Ich glaube, daß gerade beim Theater die Direktoren zum g r ö ß t e u Teil jüdis eh e it Glaube n s sind." Bei Besprechung der russischen Skandal- Affäre Azew-Lapuehiu äußerte sich am 12. Februar die „S t a a t s b ü r g e r - Z t g." : „Man darf aus die Mitteilungen in der Reichsduma um so gespannter sein, als der jüdische Polizei-Anarchist Azew inzwischen eingesangen sein soll. Es wird sich dann wohl Herausstellen, ob er in Wahrheit der Polizei oder dem Terror gedient hat. Uebrigens soll auch Lapuchin jüdischer Abstammung sein." Von dem Mitarbeiter des Neapler Blattes „Mattiuo", dem katholischen Sizilianer Signor Borg h e s e , dessen Auslassungen über die sittlichen Zustände im fjeutigen Deutschland den Zorn der „D e u t s ch e n Tageszeitung" erregten, sagt dieses agrarisch-antisemitische Blatt, sein Name Hütte wohl früher bezeichnender „P o r g e s" gelautet. Solche Leute, die derart an der „Judensucht" kranken, sind wirklich nur pathologisch zu beurteilen! -- lieber die Wahlkreise der aus der Deutschen Reformpartei, ausgetretenen antisemitischen Abgeordneten Gäbe l und Bindewald wird es voraussichtlich zwischen den antisemitischen Bruderparteien zu einem heftigen Kampfe kommen. Das Dresdner Organ Oswald Zimmermanns schreibt nämlich: „Die Deutsche R e f o r m p a r t e i betrachtet die Wahlkreise Meißen-Riesa-Großenhain und Alsfeld-Lauterbach-Schorten als unveräußerlichen Besitzstand und wird sie bei der nächsten Reichstagswahl mit Festigkeit und Entschlossenheit gegen alle Störungsversuche, von wem sie auch kommen mögen, zu verteidigen wissen. Für Ueberlänfer, die der eigenen Partei in den Rücken fallen, ist kein Raum bei deutsch gesinnter Wählerschaft." Gleichzeitig werden auch die programmatischen und taktischen Gegensätze zwischen Reformpartei und Deutschsozialen wieder schärfer in den Vordergrund gestellt: „Die Deutsche Reformpartei hat, wie ihr Leipziger Parteitag erwiesen, ehrlichen Frieden mit den Deutschsozialen gesucht, sie. hat deshalb die Heißsporne aus Kassel zurückgehalten, aber sie denkt nicht daran, aufzugehen in einer bunt zusammengewürfelten, farblosen Gruppe, wie sie die sogenannte „Wirt-