Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 297 (sequence 10)
- Language
- German
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Umschau. 297 schriebenen Artikel, in dem von diesem System gesagt wird: „Es hat eine Aerztestucht aus dem aktiven Militärdienst verschuldet: die Folge war, daß man gerade jetzt in Bosnien, der Herzegowina und in Dalmatien den Mangel an aktiven Militärärzten bitter empfindet. Ritter v. Uriel war ein fanatischer Gegner der Juden: die Reinigung seines Korps von jüdischen Militärärzten ist ihm in vollem Maße gelungen. Allein der Status der Militärärzte hat hierdurch in erschreckender Weise gelitten, denn über 200 Oberärzte fehlen augenblicklich d e r A r m e e. Und was dieser Mangel zu bedeuten hat, empfinden nicht nur die Truppenkörper und die bei denselben dienstlich überlasteten Aerzte, sondern es kann dies auch eine Kalamität werden im Falle einer kriegerischen Verwicklung. Und mit welchen Mitteln wurde diese „Reinigung" durchgeführt! Es wurden Regimentsärzte trotz ihres ausgezeichneten Wissens Lei der SLabsarztprüfung in einem Gegenstände falten gelassen, um ihnen später, bei Erlangung der Charge eines Oberstabsarztes 2. Klasse die Bemerkung in die Qualifikationsliste hineinzuschreiben: „Wegen des ungenügenden Erfolges bei der Stabsarztprüfung zum Oberstabsarzt 1. Klasse nicht geeignet." Auf diese Weise wurden viele, um uns des terminus technicus miiitaris zu bedienen, „umgebracht". Anderen wurde ihr in den meisten Fällen übrigens gar nicht prononziertes Exterieur zum Borwurfe gemacht und zur Veranlassung ihrer „Nichtbefähigung" (?!) für einen höheren Posten genommen. — Welche Erbitterung diese keineswegs etwa nur die jüdischen Militärärzte, sondern das gesamte Aerztekorps schwer schädigende Paschawirtschaft hervorgerufen hat, beweist am besten die Kritik, die ein hochangesehenes, ärztliches Fachorgan, die „M e d i z i n i s ch e n Blätter", das Organ des Zentralverbandes der Balneologen Oesterreichs, in der Nr. 9 an dem unheilvollen Wirken dieses Mannes übt: „Unseren Lesern ist das S y st ent Uriet kein Geheimnis: es besteht einfach darin, daß I u d e n, die Lust und Liebe zum militärärztlichen Berufe haben, nicht a u f g e n o m in c n werden, daßdagegen N ichtj u d e n , die absolut keine L it st und manchmal keine Etgnung zu diesem Berufe haben, durch Stipendien verlockt werden, doch einzutreten, und dann bei der ersten passenden oder unpassenden Gelegenheit dem bunten Rock