Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- De mortuis nil nisi bene
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 287 (sequence 2)
- Language
- German
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„De morluis nil nisi bene“. 2ö7 macht hatte. Ich schrieb direkt au ben Hofprediger Stacker, stellte ihm das verabscheuungswürdige Treiben feiner, 2luhänger vor und bat mit Abhilfe. Nach zehn Tagen erhielt ich ans Partenkirchen, seinem Sommersitze, den beigefiigten Brief: Partenkirchen, d. 26. Juni 1881. Ein. Hochwohlgeboren beehre ich mich zu erwidern, daß Sie ganz richtig urteilen, wenn Sie glauben, daß mir die schmutzigen Affichen zu- - lvider sind. Niemand kann diese Art, einen edlen .stampf mit unedlen Waffen zu führen, mehr mißbilligen als ich, der ich darunter am meisten leide. Aber Sie irren, wenn Sie meinen, daß ich die Täter dieser Dinge kenne und ihnen wehren kann. Doch will ich gern, wenn ich nach Berlin zurückkomme und unsere Versammlungen wieder beginnen, meinem Abscheu über die von Ihnen beklagte Handlungsweise den offensten Ausdruck geben. Indem ich Sie bitte, auch Ihrerseits dahin zil wirken, daß rein jüdische Blätter, wie der Börseu-Courier und andere, ihre Unsauberkeiten und Taktlosigkeiten unterdrücken, wodurch der schwebende Streit ein gut Teil seiner Schärfe verlieren würde, zeichne ich Ew. Hochwohlgebvren ergebenster. , gez.: Hofprediger Stöcker." Er hat sein Wort gehalten und nach feiner Rückkehr aus Partenkirchen in seinen christlich-sozialen Versammlungen gegen die scheußlichen Affichen geeifert. Sie hörten bald auf, und die Berliner Juden nur reu von einer vielbeklagten Geißel befreit, ohne bis zum heutigen Tage zu ahnen, wer den Augiasstall gereinigt hat. Köstlich ist aber in dem Briefe die echt Stöckersche Aeußernng von dem „edlen Kampf", den er geführt, und ben „u uedlen W affe n" — seiner eigenen Apostel. Berlin 80. Geh. Sanitätsrat Or. Cohn. *