Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Auch eine Abwehraufgabe
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 283 (sequence 2)
- Language
- German
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Auch eine Abwehrau schabe 283 ivenigstens der Möglichkeit Raum, daß sich hier innerhalb j'er jüdischen Gemeinde eine Vereinigung zur öffentlichen, volkstümlichen Behandlung jüdischer Probleme vom wissenschaftlichen Standpunkte aus gebildet Hütte, und da mir ein solcher Verband ebenso interessant wie empfehlenswert erscheint, begab ich mich zur festgesetzten Zeit in das bestimmte Eokal. Der große Saal war gut besetzt, zum größten Teile waren Juden anwesend. Aber schon beim Eintritt erhielt man, wenn auch nur dunkel, das Gefühl, daß es sich hier um eine Missionare Tenden z handle. Dieser Eindruck verstärkte sich um so mehr, je länger man dem Vortragenden zuhörte, und als er gar des Langen und Breiten in der Behauptung umherwühlte, Vergangenheit und Gegenwart verleiteten zu der Ansicht, daß die Juden recht oft das Kapital als ihr messianisches Ideal betrachtet hätten, da erfolgte unter der Zuhörerschaft ein so elementarer Ausbruch der Emoörung, daß der Redner seine Darlegungen unterbrechen mußte. Auf unsere Anfrage, ob er eine Diskussion zulasse, antwortete er mit: nein; darauf forderten wir alle Anwesenden auf, den Saal zu verlassen. Aus der Wirkung dieser Aufforderung aber ersah der Vortragende, daß er fast vor leeren Stühlen predigen würde, und entschloß sich nun doch, eine Debatte zu gestatten. Da hörten wir den Vortrag bis zu. Ende mit Ruhe an. Er brachte in der Tat die erwartete Erklärung: Von allen Vorstellungen über den Messias sei nur eine wahr, Jesus Christus sei der Erkorene, in seine Arme sollten sich die Juden flüchten. In der Besprechung, die nunmehr folgte, unterzog ich -ns erster Redner die Gedanken des Vortrages der Reihe nach einer Kritik, beleuchtete die falschen geschichtlichen Behauptungen und logischen Fehlschlüsse und versuchte, soweit als der Augenblick es mir eingab, denn zur Vorbereitung war uns ja nicht Gelegenheit geboten, die Darstellung der Messiasidee auf Grund der Heiligen Schrift und der jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters zu geben, sowie die Elellung des Judentums zu dem Glauben an Christus ausein- - aderzusetzen. Ein zweiter Redner kritisierte das Gehörte eis Zionist; ein dritter sprach die Empfindung des schlichten; uwischen Mannes aus; ein anderer verurteilte die Aeußej rangen vom allgemeinen menschlichen Standpunkte ans, so-