Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Jüdische Einjährige in Bayern
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 281 (sequence 3)
- Language
- German
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Jüdische Einjährige in Bayern 281 A usküufte und in e i st erst nach per s öuliche r P o r - äellung vor dem Wahlakt über die Wahl entscheidet. Das Resultat muß ein einstimmiges sein. Ich meine also, daß diese Bestimmungen scharf genug sind und reichlich Gelegenheit geben, ungewünschte Kameraden in der Versenkung verschwinden zu lassen. Es ist ein M ä r ch e n , wenn man so oft hört, „in Bayern geht es leichter". Der von Jahr zu Jahr sich steigernde Zuuig jüdischer Einjähriger aus Norddeutschland zu bayerischen üontingenten ist unverkennbar. Die Vorgesetzten nassen hier, daß die Einjährigen nur zu uns kommen, weil es heißt, der Dienst sei leichter und die Aussichten auf Beförderung bessere. Wer diesen Unsinn zusammengebraut hat, „daß bei uns der Dienst leichter sei", der hat viel auf dem Kerbholz. Es ist selbstverständlich, daß solche Einjährigen, die natürlich von vornherein im Verdacht stehen, der Bequemlichkeit halber nach Bayern gekommen zu sein, nicht sehr schonend behandelt werden. Einige bayerische Reiterregimenter sind sogar durch ihre vielen jüdischen Einjährigen aus Norddeutschland sprichwörtlich geworden : manche dieser Herren richten auch noch dadurch Schaden an, daß sie durch ihr verschwenderisches Auftreten vlergernis erregen. Also alles in allein: Auch bei uns in Bayern ist es im allgemeinen nicht anders wie in Norddeutschland. Mebrt sich der Judrang noch weiter — es wimmelt jetzt in größeren Garnisonen geradezu von norddeutschen jüdischen Referendaren — so werden die Verhältnisse eher schlechter als besser, wobei aber partikularistische Verhältnisse keineswegs eine Rolle spielen. Manche Regimenter verhalten sich übrigens ovinzipiell und generell ablehnend."*) *) Anmerkung der Redaktion: Sehr ungünstig sind übrigens für die Baden die Aussichten auf Einstellung auch nur als Einjährige bei den K ii n ch e n e r A r t i l l e r i e r e g i m e n t e r n. Man wi'nischt dort nur einen geringen Prozentsatz jüdischer Einjähriger. Bei der Untersuchung werden die Betreffenden als tauglich befunden, dann erhalten sie nach wwa 14 Tagen ein Schreiben, daß sie wegen Ueberfüllung zurückgewiesen werden. Auch dann, wenn sie sich am ersten Stellungstage gemeldet und als erste untersucht worden sind. Es wird eben nur eine sehr geringe llrmhl zügellosen! *