Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Jüdische Einjährige in Bayern
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 280 (sequence 2)
- Language
- German
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280 Im deutschen Reich. Ich zitiere seinen Brief zum überwiegenden Teile wörtlich und hoffe damit, die jüdischen Einjährigen vor manch bitterer Enttäuschung zu bewahren. Der betreffende Herr schrieb mir „Ich halte eine Erwiderung auf jenen Artikel für dringend geboten. Meines Erachtens ist die Annahme, daß in Bayern die Beförderung jüdischer Offiziers-Aspiranten leichter vor sich ginge, irrig und, wie Sie sehr richtig bemerkten, geeignet, große Enttäuschungen hervorzurufen. Auch bei uns geling! es nur wenigen, bei tadelloser Führung, ernster Arbeit und tüchtigen Leistungen die zahllosen Klippen bis zum Reserve offizier zu umschiffen. Ein Kaufmann jüdischen Glaubens wird in Bayern schon gar nicht in den Vorbereitungskurs auf genommen; es wird fast immer akademische Bildung zur Vorbedingung gemacht, und bei vielen Regimentern zieht aucd dies nicht. In den letzten drei Jahren sind nur vereinzelte Beförde rungen vorgekommen, und in ganz Bayern sind in diesen drei Jahren vielleicht ganze zehn Herren zu Reserveoffizieren befördert worden (pro Jahr also^Z^Z), wovon vielleicht die Hälfte auf den Train fällt." (Bayern hat aber immerhin 24 Infanterie-, 12 Feldartillerie-, 11 Kavallerie- und 2 Fuß artillerie-Regimenter, also 49 Regimenter, dazu 3 Train Bataillone, 3 Pionier-Bataillone, 1 Luftschisferabteilung usw. Der Verf.) „Nicht zu verkennen ist, daß im allgemeinen akademische Bildung und die sonstigen Vorbedingungen zur Beförde rungsmöglichkeit (persönliche Verhältnisse, Leistungen, Auf treten) vorausgesetzt, in Bayern sich genügend wohlwollende Kommandeure finden, die jüdische Aspiranten qualifizieren. Damitist aber'noch lange die Beförderung zum Reserveoffizier nian erreicht. — Nach einem Jahre haben sich gemäß den Vorschriften die Aspiranten der Infanterie einer achtwöchigen Hebung A zu unterziehen, von der vier Wochen bei der Truppe und vier Wochen auf einem Truppenübungsplatz unter Zusammen- Ziehung sämtlicher Aspiranten zu einem eigenen Truppen körper abgeleistet werden. Nach dieser Hebung erfolgt daun die Hebung B. Beide Hebungen schließen mit besonder!!! Prüfungen. Und dann kommt erst die Offizierswahl, bei d r gar nicht die aktiven Offiziere, sondern das Reserveoffizn ■* korps des Bezirkskommandos nach Einziehung ausgiebiger