Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 220 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2316602-2316779-2316783-2341358--18901-2341473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
22 U Jur deutschen Reich. der einen Richtung und sieben der anderen gesprochen haben. Ich habe Ihnen das als mathematischen Beweis für meine Ansicht anführen wollen, die Namen brauche ich wohl nicht zu verlesen, es ist keine Mache, sondern eine Tatsache, die die Richtigkeit des Standpunktes beweist, den ich in meinem Referate eingenommen habe. Das wird die gegebene Marschroute für morgen fein. (Bravo!) Rechtsanwalt Hugo Sonnenfeld: Es ist behauptet worden, daß ich alle meine Gegner Schreier genannt habe. Das ist unrichtig. Es war unmittelbar vor mir davon gesprochen worden, daß eine Gruppe innerhalb des Vereins die Schieber seien und wir die Geschobenen, und in bezug auf diese Gruppe habe ich den Ausdruck gebraucht. Rechtsanwalt Dr. H e r z f e ld - Essen: Ich wollte um* die Herren bitten, den beiden Herren Vorsitzenden, die bei den schwierigen Verhandlungen heute mit Lungenkraft und Ausdauer und großem Geschick unsere Verhandlungen geleitet haben, den Dank der Versammlung zu votieren (Bravo!), und gleichzeitig unserm Bedauern Ausdruck zu geben, daß wir heute Herrn Dr. Horwitz nicht in unserer Mitte gesehen haben. (Zustimmung.) Herr Rechtsanwalt Dr. Löwe n st ein- Aachen: Ich habe mit Befriedigung Kenntnis davon genommen, daß Herr Sonnenfeld nicht seine hier anwesenden Gegner als Schreier bezeichnen wollte. Vorsitzender Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, wir sind noch nicht so weit. Ich nehme Ihr Einverständnis an, daß wir uns morgen auf keine Resolution binden, sondern daß wir unsere Stellungnahme dahin definieren, wie es Herr Dr. Lewy als Referent heute getan hat, ungefähr in dem Sinne, in dem sich die sogenannte Resolution bewegt hat. (Zustimmung.) Ich sage Herrn Rechtsanwalt Herzfeld für seine freundlichen Worte, besonders im Namen des Herrn J.-R. Fuchs, der heute bei weitem den schwierigsten Teil der Leitung gehabt hat, und ich sage Ihnen allen verbindlichen Dank, die Sie hier erschienen sind. Es ist keine leichte Arbeit, den ganzen Nachmittag und Abend und zum Teil schon auch-den Vormittag zu opfern, um eine vielfach unerquickliche Diskussion zu führen. Als Facit wollen wir mitnehmen: Es gibt Meinungsverschiedenheiten, — das wußten