Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 189 (sequence 61)
- Language
- German
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Delegier ten-Versammlnng (Organisation der jüd. Jmgend).^ 189 den Jugendvereinen immer in der Erörterung jüdischer fragen liegen, wenngleich man die anderen selbstverständlich nicht ausschalten darf. Es ist doch schließlich ein jüdischer Iugendverein, um den es sich handelt. (Sehr richtig!) Ich will dann nur noch eins hervorheben: Die .Beziehungen, die der Central-Berein zu den Jugendvereinen hat, sind ja von den beiden Herren Vorrednern genügend dargelegt. Einmal hat er m. E. ein dringendes Interesse daran, sich eine neue Generation von Mitgliedern heranzubilden. Denn glauben Sie etwa, daß diese jungen Leute, wenn sie so weiter dahinleben, wie bisher, dereinst dem Central-Berein als Mitglieder angehören würden? Sie würden später sicher nicht den Idealismus haben, sich für den Kampf um unsere Gleichberechtigung einzusetzen. Aber ich meine, nicht nur dieses vereinsegoistische Interesse darf die Grundlage für die Beteiligung des Central-Vereins an diesen Jugendbestrebungen sein, sondern ein ideales Moment von ungeheurer Tragweite liegt hier vor. Der Central-Derein hat doch nicht nur die Aufgabe, rein negativ zu wirken, nicht nur die Aufgabe, in Verteidigungsstellung den Kampf um unsere staatsbürgerliche Gleichberechtigung und Wahrung unserer staatsbürgerlichen Rechte zu führen, sondern er soll auch in eminent positivem Sinne das jüdische Selbstbewußtsein, den jüdischen Stolz, das jüdische Gefühl in unseren Mitgliedern stärken. In dieser positiven Aufgabe, die vielleicht hellte viel wichtiger ist als die negative, begegnen sich die Bestrebungen des Central- Vereins und der Jugendvereine durchaus. Ich werde deshalb nie verfehlen, in meinem Braunschweiger Verein soviel wie möglich auf den Central-Berein hinzuweisen, und ich rate dringend dem Central-Verein, mindestens seine Zeitschrift den einzelnen Jugend vereinen zur Verfügung zu stellen (Zuruf) — gewiß, das geschieht schon vielfach , und sie auch sonst mit Material zu versorgen. Es ist für den Central-Berein von größter Wichtigkeit — und damit komme ich zum Schluß — sich ein Geschlecht heranzuziehen, das mutig und fest in unerschütterlicher Treue zum Judentum hält. Die Devise für die Zukunft muß daher sein: Die junge Garde soll ins Feuer! Helfen Sie uns, die wir allein vielleicht zu schwach sind, daß auf dieses hohe Ziel hingearbeitet wird und werden Sie im Wirken mit der Jugend selber wieder jung. (Lebhafter Beifall.)