Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1909)
- Article
- Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- 181 (sequence 53)
- Language
- German
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Lelegier! eri - Bergm1111lnug (Organifatioit der jüd. Fugend. 1*1 JeLb geräuschloser, nicht für die Oefsentlichkeir berechneter und in ihr prahlender aber gesegneter Tätigkeit für unsere Intellektuellen, für unsere Juristen, für unsere Aerzte, für die tüchtigen Männer, die im praktischen Leben stehen, insbesondere für unsere Rabbiner, die durch ihre moralische Autorität, ihre Berührung mit allen Kreisen der Gemeinde und die freie Form ihrer Bernfsausübung die Nächstberufenen und jedenfalls die willigsten dazu sein werden. (Zuruf.) — Auch die billigsten (Heiterkeit), ich akzeptiere auch diese Lesart. ^Bravo!) Gegenüber der Allgemeinheit des Bildungszieles, das ich aufgestellt habe, erwarte ich einen Einwand, für den mir keineswegs das Verständnis fehlt: ob dann noch die Beschränkung auf die jüdische Jugend gerechtfertigt ist und ob nicht dies einen weiteren Schritt zu jener Absonderung darstellt, die wir vielmehr bekämpfen sollten. Ich gebe darauf die kurze Antwort, die für alle jüdischen Bereinigungen mit allgenreinen Bestrebungen gilt, daß mir uns nicht absondern, sondern abgesondert werden. (Sehr richtig!) Niemand kann sehnlicher wünschen als wir, daß die Schranken, welche die jüdischen und nichtjüdischen Bürger des gemeinsamen Vaterlandes trennen, fallen mögen, daß der Konfessionalismus nicht in Verhältnisse hineingerragen werde, mit denen er nichts zu tun hat. Aber die Schranken, bestehen. Wo dies nicht der Fall ist, ist es sogar zu fordern, daß unsere -Mitglieder gleichzeitig interkonfessionellen Vereinigungen angehören. FAber weiterhin rechtfertigen sich besondere jüdische Vereine schon durch die Verbindung des Allgemeinen mit -dem speziell Jüdischen, die der junge Mann sonst nirgends -finden würde. Ich habe bisher mit keinem Wort von unserem E e n t r a 1 - B e r e i n d eu t s ch e r S t a a ts b ü r g e r j ü di s ch e n G l a u - bens gesprochen, und doch wird niemand behaupten wollen, daß hier nicht der rechte Ort für meine Ausführungen gewesen sei. Was unser Verein will, das ist, das Recht des Juden im deutschen Vaterlande erkämpfen, nicht durch äußere Machtmittel, die uns nicht zu Gebote stehen, sondern gestützt aus die unwiderstehliche Macht des Rechtes. Aber höher als das widerwillig zugestandene und mit Bitterkeit ergriffene steht uns das freudig eingeräumte und mit dem guten Gewissen, es