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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 169

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
169 (sequence 41)
Language
German
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Delegierteii-Bersammlung (Propaganda unter den grauen). 16' sie Staatsbürger zu erziehen hat. Das ist die höchste Ausgabe, die der Mensch vor sich hat, Menschen zu bilden, die künftig im Staatsbürgerleben ihre Stelle richtig ausfüllen. (Bravo!) Das kann nur die Frau tun, die wirklich auch ihre Aufgaben als Mutter unter großen staatsbürgerlichen Gesichtspunkten betrachtet. So, sage ich, bietet gerade die Tätigkeit in unseren: Berein einen glücklichen Uebergang von dem Familienleben zu dem großen politischen Leben, und deshalb sind die Frauen bei uns in erster Linie zur politischen Mitarbeit berufen. Weiter muß immer betont werden: wir find meines Wissens der einzige politische Verein, bei dem die Frauen in der glücklichen Lage sind, nach jeder Richtung hin dem Manne rollkommen gleichberechtigt zu sein. Die Teilnahme an den großen ausgesprochen politischen Vereinigungen ist auch für die Frauen m. E. von großer ideeller Bedeutung. Die praktische Bedeutung dieser Teilnahme leidet aber darunter, daß den Frauen die letzte Instanz, die aktive Betätigung, versagt ist, weil wir ein Wahlrecht für unsere Frauen, vorläufig wenigstens, im politischen Leben nicht besitzen. Bei uns dagegen gibt es keinerlei Vereinsaufgaben, bei denen nicht die Frau genau wie der Mann Mitarbeiten kann. Nach den glänzenden Ausführungen der verehrten Referentin brauche ich nicht mehr im einzelnen darauf einzugehen, wie zahlreich die politischen Aufgaben der Frauen im engsten Familienleben sind. Nur eine Aufgabe möchte ich betonen, weil sie mir besonders wichtig erscheint. Es ist unbedingt notwendig, daß wir unsere Jugend mit der Kraft ausstatten, den Angriffen des Antisemitismus zu begegnen. Wir dürfen unsere Kinder nicht unvorbereitet in die Welt schicken, und abwarten, was werden soll, sondern wir müssen uns darüber klar sein, daß von dem Moment an, wo das Kindchen die Schule betritt, der Kamps beginnt; gewöhnlich läßt er nur sehr kurze Zeit auf sich warten. Auf diesen Kampf müssen wir unsere Kinder vorbereiten. (Bravo!) Da kann nur die Frau uns helfen. Die Frau muß in der Kinderstube schon den Kindern die Kraft schaffen, damit sie den Kampf ertragen können. Sie muß sie ausstatten mit dem Idealismus der Minorität, sie muß den Kindern vor Augen führen, daß es keine große Kunst ist, mit der Majorität im Lichte der Sonne zu wandeln (Sehr richtig!), sondern daß die Kraft der edelsten Menschen sich

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