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Im deutschen Reich · 1909-03-01 · Heft 3-4 (März 1909) · p. 141

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 3-4 (März 1909)
Article
Stenographischer Bericht über die zweite Delegierten-Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (21. Februar 1909)
Date
1909-03-01
Page
141 (sequence 13)
Language
German
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Delegierten-Bersammlung (Fall Mugdan). 141 tum bekämpfen, der Antisemitismus und die Taufe, die Taufe die schlimmere ist (Zustimmung und Widerspruch), daß die Taufe gefährlicher ist als der Antisemitismus (Bravo!) — darin sind wir einig. — Ich bitte nun: sage jeder seine Meinung kurz und präzis, und wenden wir uns 'dann den anderen Dingen zu, den Organisationsfragen, dem Satzungsentwurf. Wir werden uns ja morgen in der Generalversammlung noch weiter darüber unterhalten. (Zuruf: Ich beantrage Schluß der Diskussion!) Ich bitte die zehn Redner, die noch gemeldet sind, in tunlichster Kürze uns ihre Meinung zu sagen.! .; : Herr Carl Loeser - Berlin: Ich werde nach dem ausführlichen Berichte des Referenten ganz kurz sein. Gegenüber dem Herrn Vorredner will ich nur einiges richtigstellen und darauf aufmerksam machen, daß nicht die politischen Parteien, sondern nur die Wählerversammlungen darauf Einfluß haben, wer aufgestellt werden kann. Das ist hier in Berlin auch geschehen. Es sind sämtliche Wähler des betreffenden Wahlkreises zur Aufstellung des Kandidaten eingeladen. Es waren 120 Wähler anwesend, darunter ca. 50 jüdische, und die 50 jüdischen Wähler haben in der Vorversammlung einstimmig für Mugdan gestimmt. (Widerspruch.) Das war vielleicht für diesen Wahlkreis ein Fehler. (Sehr richtig!) Da aber einmal dieser Fehler bei der Aufstellung des Kandidaten gemacht war, so mußten die Parteifreunde unbedingt Mugdan wählen. Dieser Fall in Berlin ist nicht vereinzelt. Wir haben in Berlin sechs Stadtverordnete gehabt, die getaufte Juden sind. (Hört, hört!) Wir haben jetzt im Augenblick noch drei; außer dem schon erwähnten Baurat Herzberg noch vr. Ritter, der ebenfalls in der Potsdamer Vorstadt gewählt worden ist, ohne Sang und Klang. In Görlitz ist Mugdan als Reichstagsabgeordneter gewählt, und gerade jüdische Herren haben die Agitation in Görlitz für Mugdan mit Erfolg betrieben. Also Sie sehen daraus, daß man in der Provinz etwas anders darüber denkt und der Frage nicht die Bedeutung beilegt, wie gerade in Berlin, wo es sich nur inn den Konflikt zwischen Barth scheu Demokraten und vereinigten Liberalen handelt. Airs diesem Grunde einen verdienten Mann wie Lövinson von der Bildfläche verschwinden zu lassen, würde ich für unrecht halten, und ich möchte Sie

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