Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- Zur Naturgeschichte eines antisemitischen Redakteurs
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 121 (sequence 3)
- Language
- German
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121 „Wahrheit", bereu Mitarbeiter Dahsel sei, und voll der „Staatsbürger-Zeitung" sprechen. Wenn das Blatt glaubte, dies feststellen zu müssen, so mußte es hinzufügen, daß Dahsel auch zu den Mitarbeitern der „Tägl. Rundschau" zählte." — Auf Grund der von der „Liberalen Korrespondenz" gemachten Angaben teilt „,B. Z. am Mittag" über das Vorleben Dahsels mit: „Er hat bei allen großen antisemitischen Affären der neunziger Jahre, den Prozessen des unglücklichen Carl Paasch und des inzwischen verstorbenen Erwin Bauer, den Affären Normann-Schumann und Leckert-Lützow mehr oder minder aktiv hinter den Kulissen mitgewirkt. In der antisemitischen Presse war er als Kenner aller möglichen intimen Verhältnisse auf politischem Gebiet als Mitarbeiter sehr geschätzt. Sein Schaffen blieb vielfach in Dunkel gehüllt. . Wenn einst die Geheimgeschichte der antisemitischen Bewegung, eine Geschichte der schlimmsten Intrigen und Ränke, geschrieben werden sollte, so würde der Name Dahsel sehr häufig in unheilvoller Beleuchtung darin Vorkommen." Der Schmelztiegel. Das von dem jüdischen .Schriftsteller I. Z an g will verfaßte Drama „Der Schmelztiegel",. in dem die Assimilationskraft der amerikanischen Verhältnisse eindrucksvoll geschildert wird, scheint auf den Präsidenten der nordamerikanischen Union, Roosevelt, einen nachhaltigen Eindruck gemacht zu haben. Das von Zangwill geprägte Wort „Amerika, der Schmelztiegel der Nationen", bildete wenigstens den Ausgangspunkt der Rede, die Roosevelt am Vorabend des „Danksagungstages" in Washington bei der Enthüllung des Sheridan-Denkmals gehalten und in der er sich scharf gegen die Rassentheorie gewandt hat. Trotzdem die „Kreuz-Zeitung" gegenüber den deutschen Juden fast immer den Rassenfanatikern die Stange gehalten hat, ist von ihr kürzlich ein ausführlicher Auszug aus der erwähnten Ansprache Roosevelts veröffentlicht und dabei berichtet worden: „Nachdem der Bischof O'Connell von der katholischen Universität von Amerika das Gebet gesprochen (Sheridan war ein katholischer Irländer), ergriff der Präsident das Wort und feierte Amerika als „S ch m e l z ti e g e l der Nationen". Die Ras sen misch un g habe in