Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 99 (sequence 2)
- Language
- German
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^■'ortrcjponü eitlen. tigeu Kinder ilnverhältilisrnäßig hohe Kosten erwachsen würde:: und eine unverhältnismäßig hohe Beihilfe gewährt werden müßte. Werden durch Kürzung oder Zurückziehung von Staatsbeihilfen Mittel verfügbar, so können die Regierungspräsidenten selbständig über diese Beträge zugunsten anderer Synagogengemeinden behufs Einrichtung jüdischen Religionsunterrichtes verfügen. — Für die jüdischen Lehrer hat die zweite Lesung des L e h r e r b e s o l d u n g s g e s e tz e s in der Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses einen Erfolg gebracht. Es wurde nämlich bestimmt, daß den an Privatanstalten charitativen Charakters lvirkenden Lehrern beim Uebertritt in den öffentlichen Volksschuldienst die volle Dienstzeit unter Erlaß jeder Nachzahlung in die Alterszulagekasse ungerechnet werden soll. Auch den an iis r a e l i t i s ch e n Religionss chulen wirkenden Lehrern soll dein: Uebertritt in den öffentlichen Schuldienst die volle Dienstzeit angerechnet werden, ohne daß die als besonders drückend empfundene Nachzahlung in die Alterszulagekasse geleistet zu werden braucht. Hoffentlich werden diese erfreulichen Kommissionsbeschlüfse von dem Plenum des preußischen Abgeordnetenhauses und im Herrenhanse bestätigt. — Am Tage der 25 jähriger: Wiederkehr des Todestages Eduard Lasters, des großen, deutschen Volksvertreters jüdischen Glaubens, dessen Bedeutung in: vorigen Hefte dieser Zeitschrift eingehend gewürdigt worden ist, hat am 5. Januar in der Kapelle des alten jüdischen Friedhofes in der Schönhauser Allee eine ergreifende Gedächtnisfeier stattgesunden, der außer den Verwandten Lasters der Vorstand und die Repräsentanten der jüdischen Gemeinde sowie mehrere Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete beiwohnten. Herr Reichstagsabgeordneter Karl Snhrader hielt die Gedächtnisrede, in der er u. a. sagte: „Am 2D Januar 1884 bestarteie nlan hier Lasker unter zahlreicher Beteiligung der Berliner Bevölkerung. An dem Grabe dieses Mannes fehlte aber jede Beteiligung einer staatlichen Behörde; für einen Mann, der dem Volke so viele Gesetze mitschaffte, hatte die Behörde keinen Abschieds grüß übrig. Wenn aber ein Geschichtsschreiber später einmal die Entwickelung des liberalen Bürgertums schreibt, dann wird als einer der ersten genannt werden: Eduard Lasker." Nach