Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- Sprachwandlung und Sprachverderb
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 81 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Umschau. s] 'Unb auch sonst liegt keine Berechtigung vor, die Vernachlässigung einzelner Wortformeu im Deutschen, auf den Einfluß von Juden oder der Nachkommen von. Juden zurückzuführen. Gerade deutsche Juden haben gezeigt, daß sie eine feine Empfindung für den deutschen Sprachgeist besitzen. Man braucht nur an die Sprachforscher Steinthal und Lazarus Geiger (in Frankfurr a. M.) oder an den Lexikographen Sanders zu denken. Wer gebildet sein will, — und das Streben nach Bildung wird man den deutschen Juden nicht absprechen können —, wird immer darauf bedacht sein, in einer edlen, gewählten Form zu sprechen und zu schreiben. Die Vernachlässigung gewisser Wortformen in der lebenden Sprache dürfte wohl dem hastigen Treiben der Gegenwart zuzuschreiben sein, die in der Darstellung feinere Unterschiede leicht übergeht. Rabb. Dr. Stein-Dresden. Umschau. S^odj immer erbeben in der ganzen Kultur well unzählige Herzen bei den Schilderungen des unsäglichen Unglücks, das an der letzten Jahreswende einen großen Teil Siziliens betroffen hat. Erhebend aber in des Wortes tiefster Bedeutung ist die ' lichtvolle Erscheinung, die sich auch bei der Aatastroxhe in Messina gezeigt hat, daß immer dann, wenn die Elemente, die das Gebild aus Menschenhand hassen, am schlimmsten wüten, im Menschenherzen sich die besten Gefühle mächtiger als sonst regen, edle Taten zeitigen und alle Schranken durchbrechen, die von Rassen- oder Klassenhaß oder durch den Streit der Parteien aufgetürmt worden sind. Daß bei dem Hilfswerk viele deutsche Juden eine rühmliche Opferfreudigkeit bekundet und ihren alten jüdischen Wohltätigkeitssinn glänzend bewährt haben, überrascht niemand; den Juden ist das Bewußtsein, daß die edelste menschliche Aufgabe nur in gemeinsamer St' u 11 n v a r b e i t beruht, tief eingeimpft. Nicht durch Redens-