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Im deutschen Reich · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. 78

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
Russische Paßvorschriften
Date
1909-02-01
Page
78 (sequence 5)
Language
German
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Im deutschen Reich. „In der Sitzung, welcher der Oberpräsideick Gras von Zedlitz-Trütschler als Negierungsvertreter beiwohnte, hielder Borsitzende der Kauuner, Geheimer Sanitätsrat Dr. ferner, das einleitende Referat. Buden: er sich persönlich für den Antrag der Ostpreußischen Kauuner anssprach, aber nur geringe Hoffnung für seine Erfüllung bekundete, verwies er in der Hauptsache auf die ihm vorliegenden russischer: Papvorschriften, die für deutsche Reisende eine Zweiteilung auzweisen: a) für solche christlicher Religion, d) für solche rnosa^ scheu Glaubens. Aus den Borschriften geht hervor, daß die jüdischen Aerzte schlechter als die Handlungsreisenden gestellt sind. In der Diskussion führte Dr. Alfred Goldsch nt i d t folgendes mit: Es ist die höchste Zeit, daß der n:odr:ge Staub, der vor unserer Tür lagert, endlich weggefegt wird. Daß unsere Regierung den vorgetragenen haltlosen Zustand billigt, muß als ausgeschlossen gelten, denn eine ungleiche Behandlung gleichberechtigter Bürger wäre ein Bervrecheu gegen die eidlich beschworene Berfassung. Dann ist die weitere Frage: Ist die Regierung stark genug, eine Aenderung herbeizuführen? Heute gilt Deutschland als die erste Macht des Kontinents. Bor 100 Jahren war Frankreich die erste Macht. Als damals der Versuch gemacht wurde — leider in Deutschland — die französischen Juden dem zurzeit noch bestehenden Leibzoll zu unterwerfen, genügte eine Beschwerde der Geschädigten und ein Einspruch des französischen General- Regierungs-Kommissarius, Herrn Jollivet, bei dem deutschen Hofe, um den ebenso „abgeschmackten als drückenden Unterschied in der Behandlung der Glaubensbekenntnisse" zu beseitigen. Wie sehen die russischen Paßvorschriften aus! Während es Länder gibt, wie Süd-Amerika und Afrika, in denen die Aerzte gewisse Vorrechte bezüglich Paßvorschrift und Legitimation haben, und auch bei uns die Aerzte bei polizeilichen Absperrungen Erleichterungen erhalten, bleibt es Rußland Vorbehalten, ü i e A e r z t e s ch l i m m eralsdieHandlungsr e i s e n d e n z u st e l l e n, bei denen es übrigens schon schlimm genug bestellt ist. Ueber 100 Handelskammern traten für die Interessen der jüdischen Kaufleute ein, und es gelang ihnen, in dem russischen Handelsverträge gewisse Erleichterungen zu erwirken. . . . Der amerikanische Staatssekretär, Elihu Root, schrieb in einem in einer amerikanischen Zeitung veröffent-

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