Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- Russische Paßvorschriften
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 74 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316779-2316782-2341210--18703-2341278- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
74 Jni bcnt[rfjeu di cid). Wrrssrsche Bauvorschriften. Bei der Wichtigkeit der Angelegenheit, die Von nuferem Central-Berein dauernd durch Eingaben an Behörden und in der Presse behandelt worden ist, erachten Nur es als angezeigt, die nachstehenden ausführlichen Berichte über bezügliche 'Verhandlungen preußischer Aerztekammern zu bringen: 21m 28. November vor. Jahres ist in der Sitzung der Aerztek a in nur Ber l i n - B r a n d e n b u r g folgender 2lntrag der Ostprenßischen Kammer zur Beratung gelangt: „Durch b e n H e r r n M i n i st e r den Herrn Reichst' a u z l e r zu bitten, eine Gleichste l l u n g d e r r n s s i s ch e> n P a ß v o v s ch ritte n f ü r de u t s ch e 2l e r z t e m o s a i - s ch e n ls [ q u h c n s m 11 denen der übrigen 2l e r z t e e r lo i r k e n z n w olle n." Der Referent, Sanitätsrat Dr. W i c senthal, teilte in seinem Bericht n. a. folgendes mit: Ein Arzt jüdischen Glaubens in Eydtknhnen wollte für voenige Tage nach Petersburg reisen, konnte aber einen Paß nur unter großen Schwierigkeiten und günstigstenfalls nur mit empfindlichen und kränkenden Aufenthaltsbeschränkungen bekommen. Die Aerztekammer Ostpreußen beschloß deshalb, an die Regierung die Bitte zu richten, auf Beseitigung dieser Ausnahmebestimmungen hinzuwirken. Der Referent legt die gedruckten Paßvorschriften vor, die für deutsche Christen keine besonderen Unbequemlichkeiten aufweisen. Die Juden werden jedoch in drei Klassen geteilt, in Inhaber eiu.getrageuer Firmen, Angestellte von solchen, die als Handlnngsreisende nach Rußland gehen und sonstige Reisende. Für die ersten beiden, ist die Paßbeschaffung zwar auch umständlich, aber unter allen Umständen möglich. „Sonstige" Reisende jüdischen Glaubens, also Aerzte, Rechtsanwälte u)Hv. bedürfen einer Erlaubnis des russischen Ministeriums des Innern, die durch Vermittlung des deutschen. Generalkonsulats in Petersburg eiugeholt wird, unter Angabe von Zweck, beabsichtigter Dauer der Reise, Zeit ihres Antritts unb der Orte, die besucht werden sollen. Die 2lnfenthaltserlaubnis erfolgt höchstens auf drei Monate. Zu einer Aufenthaltserlaubnis über sechs Monate bedarf es der Erlaubnis von. drei Ministern. Hat man diese Erlaubnis, so entstehen wieder in einzelnen Orten große Belästigungen;