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Im deutschen Reich · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. 45

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
[Ohne Titel] / Roth
Date
1909-01-01
Page
45 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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VerenäwQckrichler 4.~> Uereirrsnachrrchten. Zu der am 9. Dezember in dem Saale des „Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde^ abgehaltenen allgemeine n V er s amntlun g des Ce n tral - Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatten sich so viele Mitglieder und Gäste eingefunden, daß der Saal nicht ausreichte und Späterkommende auf den Tribünen Platz nehmen mußten. Herr Geheimer Regierungsrat Prof. vr. Geiger sprach über „M o r i tz Bei t", und das neben dem Rednerpult aufgestellte, von Herrn Justizrat vr. Hermann B e i t - S i m o n für diesen Abend dem - Central- Verein überlassene, von Plockhorst gemalte große Bildnis Moritz Veits verlieh dem Abend auch äußerlich ein stimmungsvolles Gepräge. In meisterhaften Zügen schilderte Herr G e h e i m r a t v r. Geiger das Leben und Wirken des Mannes, der vor hundert Jahren in Berlin einer angesehenen Familie entsprossen. Als Borsteher der jüdischen Gemeinde .erwarb er sich um diese und um die Gleichberechtigung der Juden unvergängliche Verdienste. Als stellvertretender Vorsteher der Berliner Stadtverordnetenversammlung, dann als Stadtrat leistete er in der Verwaltung seiner Vaterstadt Vorzügliches. Er ümr Mitglied der Nationalversammlung in der Paulskirche: 1952 zum. Mitglied der ersten Kammer berufen und 1859 zum. Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses gewählt, hat er sich überall als deutscher Patriot mtb treuer Jude bewährt. Der Vortragende wies auf Grund eingehender archivalischer Studien nach, was Moritz Veit auf verschiedenen Gebieten erstrebt vaxh was er geleistet hat. Als ein Mann aus einem Guß, treu, fest und bieder, praktisch, doch dabei ideal, eifervoll aber auch duldsam, sei er gestählt gewesen durch einen unverwüstlichen Optimismus, 'dem er durch den Satz Ausdruck verlieh: „Der Glaube cm den Sieg hat stets .mm Siege verholten." Er sei ein Jude und ein Deutscher gewesen und sein Andenken werde am besten gefeiert, wenn wir geloben, tum unserm Glauben und begeistert für das Vaterland mit ihm zu sprechen: „Ich bin ein Deut' scher I" - - Nachdem langanhaltender Beifall diese Ausführungen belohnt hatte, dankte der Vorsitzende, Herr Justizrnt Dr, H o r ui tz dem Vortragenden im Namen des Vereins

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