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Im deutschen Reich · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. 16

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
Prof. Dr. Strack über den Antisemitismus
Date
1909-01-01
Page
16 (sequence 2)
Language
German
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Im deuncken Reick. ÜcUuit^ in die X-innee als Major ein Ende. Nach einem Beschluß des Berliner 5iongresses von 1878 sollten in Rumänien alle Bürger ohne GlanbensunLerschied gleiche Rechte genießen. Die von der antisemitischen -ParlamentsmehrheiL unterstützte rumänische Regierung hat aber Mittel gesunden, diesen Beschluß wertlos zu machen, da die rumänischen Juden als Fremde und nicht als Rumänen erklärt wurden —- ein Derr raue nsb ru ch , der einer Regter ung und c t ucs B oH'c s u n ir> ü r b i g t st, 1 i c a l s Ehrt st eit g c I r c u w olle u. Außerdem wurden den Juden ein guter Schulunterricht und Aufnahme in öffentliche Krankenhäuser nahezu unmöglich gemacht; auch haben die Behörden durch eine ganze Reihe von Gesetzen, Anordnungen und polizeilichen Einschränkungen den Juden den Aufenthalt in Rumänien unerträglich zu machen gesucht. Für die Juden des russischen Reiches war der Tod 'Alexanders II. im Jahre 1881 von ernster Bedeutung. Bald darauf begannen furchtbare Judenverfolgungen „Pogrome": durch die im Mai 1882 erlassenen Gesetze wurde die Bewegungsfreiheit der Juden, die schon auf 10 Ansiedelungs- Provinzen beschränkt war, noch mehr eingeengt. Die hauptsächlichsten Angriffe auf die Juden waren Ostern 1903 in Kischinew, im Oktober 1905 in Odessa und in anderen Städten, und 1906 in Bialystok und anderen Plätzen. Im Hinblick auf die Ereignisse des Jahres 1908 ist durch eine von dem Verfasser dieser Niederschrift (Prof. Or. Strack) und dem Referenten Louis Mayor aus Chicago in Vorschlag gebrachte Resolution von der in Amsterdam am 25. April abgehalteneu 7. Internationalen Konferenz der Juben-Mission den Opfern der letzten Judenverfolgungen in Rußland der Ausdruck tiefster Sympathie gewidmet und sind derartige Handlungen verdammt worden. Leider ist es nicht unmöglich, daß sich der Antisemitismus noch weiter ausdehnt. Selbst in Preußen hat es wenigstens nicht an traurigen Versuchen gefehlt, die Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten aufzustacheln, da vor Jahren Graf Pückler-Klein-Tschirne es gewagt hat, in öffentlichen Versammlungen in Berlin und anderwärts die Massen zu einem „frischen und fröhlichen Krieg" gegen die ,,verdammte Juden bände" anfzusordern.

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