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Im deutschen Reich · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. 8

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
Zu Eduard Laskers 25jährigem Todestag
Date
1909-01-01
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Im deutschen Reich. eine gerechtere, leidenschaftslosere Würdigung erwarten als zu der Zeit seines Todes, der mit dem Höhepunkt der antisemitischen Reaktion zusammenfiel, wo man gerade daran war, das in einem Jahrzehnt errichtete Gebäude möglichst von Grund auf zu zerstören. Von Lasters Jugend sagt Baumbach: „Früh war zu jener idealen Auffassung des Lebens in dem armen Judenknaben, der in einem düsteren Pofenschen Städtchen eine ernste Kindheit verlebte, der Grund gelegt worden. Offenbar ist für Eduard Laster das Elternhaus von bestimmendem Einfluß gewesen". Und er selbst hat davon erzählt, wie schon in seiner Jugend unter den armen, gemißhandelten Juden der Provinz Posen, unter welchen er aufwnchs, eine gewaltige Achtung vor der Monarchie und den Hohenzollern geherrscht und sich unauslöschlich in sein Gemüt geprägt habe. Seine maßvolle Art war von Anfang an aller staatlichen Unordnung abgeneigt, und das Jahr 48, das er als 19 jähriger Student in Wien erlebte, sah ihn aus Seiten der freiwilligen Bürgerwehr, welche sich die Erhaltung der Ruhe zur Ausgabe machte. 1865 kam er als Vertreter Berlins in das Abgeordnetenhaus. Setzen wir, da wir hier an dem Beginn seiner '/0jährigen parlamentarischen Tätigkeit stehen, die Worte voran, welche Bamberger zu seinem Gedächtnisse gesprochen hat: „Ich möchte nicht sagen, daß er das war, was man einen Mann der F reilt eit nennt auch nicht „Mann des Volkes" deckt und erschöpft den Begriff. Wenn ich aufgesordert würde/ den Mann in einem Worte zu zeichnen, so würde ich sagen: Er war ein Mann des Rechts." So war in jener Konfliktszeit sein natürlicher Platz in der neugegründeten Fortschrittspartei. Wie konnte, er die Beugung des Rechts unter die Macht ohne tiefe' Entrüstung mit ansehen! Und doch schon im Beginn des holsteinischen Krieges mit Dänemark, als mau noch allgemein Bismarck nach seiner Vergangenheit sowie nach der g e g e n w artigen rücksichtslosen Durchführung des Konflikts für den reaktionärsten aller Junker hielt, wurde für Laster der nationale Charakter seiner äußeren Politik durchsichtig. „Nicht allem, was geschieht," schreibt er 18 64, „versagen wir unseren Beifall, aber wir eilen nicht herbei, um unaebetene Dienste anzubieten." Und sofort nach Beendigung dieses, von den beiden deutschen' Großmächten noch in holder Ein-

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