Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Der Fall Mugdan-Richert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316779-2316781-2341065--18584-2341127- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zu Eduard Lasters 25 jährigem Todestag. 7 nützt den Gegnern und macht uns ohnmächtig. Parteipolitischer Fanatismus hat bei diesem Wahlkampfe erheblich mitgespielt. Das kann uns an sich gleichgültig sein. Aber die Erfahrungen der letzten Wahlen geben uns Anlaß, an unsere Glaubensgenossen die dringende Warnung zu richten, mit allen Kräften zu verhüten, daß im Kampfe der politischen Parteien aus unserer Haut Riemen geschnitten und die Juden auch hier die Prügelknaben werden. Nur Einigkeit und gegenseitiges Verständnis machen stark! Zu Hduard Laskers 25 jährigem Hodestag. (1829—1884.) Jetzt sind fünfundzwanzig Jahre verflossen seit dem 5. Januar 1884, dem Tage, an dem Eduard Laster an einem Schlaganfall in New Jork verschied. Seine Leiche wurde von dem in Amerika wohnhaften Bruder nach Deutschland gebracht und am 28. in Berlin bestattet. Eine Leichenfeier sondergleichen zeigte noch einmal die Liebe und Verehrung, welche jahrzehntelang den Namen Eduard Laster mit den Herzen der Deutschen verknüpft hatte. Der Tod hatte die alte Beziehung zwischen ihm und seinem Volke wiederhergestellt, und willig legte dieses den Kranz des Ruhmes, den es seinem Haupte entreißen zu wollen schien, nun auf seinem Grabe nieder. Wer die Tageszeitungen des Jahres 1884 durchblättert, wird finden, daß noch zwei volle Monate Laster im Mittelpunkte der sonst so schnell vergeßlichen Presse steht. Der Streit über die Bedeutung Lasters wollte nicht zur Ruhe kommen und wurde mit einer geradezu unerhörten Heftigkeit von Bismarcks offiziösem Organ geführt. So kämpft man nicht gegen einen Toten, sondern gegen einen Feind, von dem der Gegner erkannt hat, daß feine Ideen noch leben und unsterblich sind. Die Aera, welche bestimmt gewesen war, die liberale abzulösen, die konservativ-klerikale, hat ein Menschenalter geheischt und iü rühmlos zu Ende gegangen. Wenn wir heute den Mann zu schildern versuchen, der als der Träger jener liberalen Epoche zu bezeichnen ist, so können wir auch von dem Gegner