Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Der Fall Mugdan-Richert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Im deutschen SrÄfHrP drs LrsLrslrerkki Kutscher Stsstrdürser jttifche, sissdess. grfsSemf im $a5tz> »■•=««=» XV. AQtzrg. Berlin, Januar 1909 Mr. 1. Der KaL Wugdan-WicherL. In der bisherigen Geschichte des CentraL-Vereins hat selten eine Angelegenheit so oiel Staub ausgewirbelt, wie die vor kurzem staLLgehabLe, an und für sich relativ unbedeutende Stadtverordnetenwahl in einem Berliner Gemeindewahlbezirk. Eine SLadtverordnetenwahl geht, soweit man sie überhaupt als politische Wahl gelten lassen will, den Central-Berein nur dann etwas an, wenn es sich um die Wahl eines Antisemiten oder autisemitensreundlichen Kandidaten handelt. Es braucht nicht noch einmal ausführlich dargelegt zu werden, daß der Central-Berein als die Vertretung von Juden alle r Richtungen sich unmöglich auf irgendein politisches Programm festlegen kann. Der springende Punkt in seiner Tätigkeit auf politischem Gebiete muß darin liegen, antisemitische oder antisemitenfrenndliche Elemente zu bekämpfen und von allen Ehrenämtern nach Möglichkeit ausfchließen zu helfen. Auf der andern Seite hat der Central-Berein von jeher seine ganze Stellungnahme dahin gerichtet/ die Taufe als eine schimpfliche Handlung zu bekämpfen und Fahnenflüchtige als Las hinzustellen, was sie sind. Bei der vorerwähnten Stadtverordnelenwahl standen sich ein Angehöriger der Freisinnigen Volkspartei, Sanitätsrat Dr. Mugdan — ein getaufter Jude — und der christliche Professor Dr. Richert, der den Barthfchen demokratischen Standpunkt vertritt, als Kandidaten gegenüber? Beide Kandidaten sind in keiner Weise antisemitisch, obwohl bezüglich beider der