Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / Root, Elihu
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 718 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316766-2316778--18528-2341022- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
718 Fm deutschen Reich. der Befriedigung darüber Ausdruck, daß durch das Bereinsgesetz vom l. Mai d. I. die Möglichkeit gegeben sei, in den Frauen vollberechtigte Mitkämpferinnen zu gewinnen, die, wenn sie sich mit unseren Bestrebungen erst völlig vertraut gemacht haben würden, zier Erreichung des Zieles, der Berlvirklichung der Gleichberechtigung der deutschen Juden, iue)entlief) beirrageir könnten. W i e die jüdischen Frauen ihre eigene Gleichberechtigung aufzufassen und zu gebrauchen hätten, würde Frau Direktor Mau in dein zugesagten Bortrage iibcx: D i e Rechte u u ö P f l i ch t e n der jüdischen Frau i m öffentli ch e n L e b e n " ausführen. Lebhaft begrüßt, behandelte Frau D i r e t t o r M a t) dieses Thema in einer so interessanten und großzügigen Weise, daß es unmöglich wäre, durch einen kurzen Auszug der Bedeutung der so vielseitigen belehrenden imb anregenden Rede irgendwie gerecht zu werden. Wir stellen deshalb hier nur fest, daß er mit reichem Beifall belohnt wurde, und daß der Borfitzende der Reduerin auch im Namen des Borstandes herzliche Anerkennilng zollte. In dem sich anschließenden Bortrage i „Neue A u-f - g a b e n " führte Herr Dr. B r o d n i tz aus, daß die jüdischen Männer sich ihrer Aufgabe der Selbstverteidigung als Deutsche und Juden nach lute vor mit Eifer widmen, aber dabei besonderen Wert darauf legen müßten, daß auch die Frauen von den Tendenzen des Eentral-Bereins genaue Kenntnis erhalten und sich für sie begeistern. Die Frauen würden dann ihre Hauptaufgabe darin erblicken, den Mann in dein Kampfe gegen eine kulturwidrige Bewegung zu unterstützen, ihn anzueifern, vor Entmutigung zu bewahren, ihre Kinder zu charaktervollen Persönlichkeiten zu erziehen, sie frühzeitig mit dem Rüstzeug der Glaubenssätze in der Geschichte des Judentums zu versehen, schon das Kind widerstandsfähig zu machen , gegen Spott und Schimpf und die Heranwachsende Jugend vor feigem Abfall zu bewahren, in allen Juden besonders den Stolz großzuziehen, der jeder unterdrückten Minderheit eigen wird, wenn sie einsieht, daß eine bevorzugte Mehrheit weit leichter als sie der Degeneration anheimfällt. Den Schluß der Rede bildete ein herzlicher Willkommengruß an die Frauen, als kluge und energische Bekämpferinnen des Jndifserentismus und der mutlosen