Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / Root, Elihu
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 717 (sequence 4)
- Language
- German
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SÖcrernSnachn raten. 717 Leben zu beteiligen und dabei die politischen Parteien zu fördern, die die Gleichberechtigung der Juden anerkennen und gegen alle Angriffe zu schützen bereit seien. Gin Alter Herr der „Sprevia" verwies dann darauf, daß die Notwendigkeit der Selbstverteidigung der deutschen Juden bereits vor der Begründung des Central-Dereins in den achtziger Jahren in studentischen Kreisen erkannt und durch die Breslauer Verbindung „Viadrina" propagiert worden sei. Ein großer Teil der jüdischen Studenten und insbesondere seine Verbindung habe es angesichts der Tatsache, daß die zahlreichen Korps, die Burschenschaften und insbesondere die Vereine deutscher Studenten den Antisemitismus direkt oder indirekt auf ihre Fahne geschrieben hätten, als ihre Pflicht erachtet, in und mit dem Central-Verein dessen Ziele und Bestrebungen zu fördern. Einer Aufforderung des Vors i tz e n d e n an die Damen, von dem ihnen durch das Bereinsgesetz verliehenen Rechte, in politischen Versammlungen das Wort zu ergreifen, Gebrauch zu machen, folte Frau Mielziner, die in herzlichen Worten dem Central-Verein für feine bisherige Tätigkeit dankte und die Bereitwilligkeit vieler jüdischer Frauen zur Mitarbeit in Aussicht stellte. Diese empfänden es tief, wie sehr ihre Kinder unter der antisemitischen Bewegung leiden und wünschen nichts sehnlicher, als daß die Zukunft dieser jüdischen Kinder eine sonnigere werde. Herr Or. Joachim resümierte schließlich die Darbietungen der so befriedigend verlaufenen Versammlung und schloß diese unter lebhaftem Beifall der zahlreichen Anwesenden mit den Worten: „Und dräut der Winter noch so sehr — es muß doch Frühling werden!" A. L. — Der Zudrang zu der am Dienstag, den 24. November d. I. veranstalteten ersten Berliner Central-Bere i n s - F r a u e n v e r s a m m l u n g war ein so mächtiger, daß der große Saal und die Galerien des „Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde" bereits vor dem Beginn der Versammlung bis auf den letzten Platz, und zwar fast ausschließlich von Damen, dicht gefüllt waren und Hunderte keinen Einlaß mehr erlangen konnten. In Vertretung des durch einen Krankheitsfall in der Familie verhinderten ersten Vorsitzenden des Central-Vereins-Borstands begrüßte Herr Sanitätsrat - I)r. Wiesenthal die Erschienenen und gab dabei