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Im deutschen Reich · 1908-12-01 · Heft 12 (Dezember 1908) · p. 710

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 12 (Dezember 1908)
Article
Berlin
Date
1908-12-01
Page
710 (sequence 3)
Language
German
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710 Jnr deutschen Reich. verordnetenversammlung? Jetzt plötzlich soll die Stadt helfend eingreisen, damit kein Schülerinnenmangel entstehe? Wenn die antisemitischen Schulleiterinnen unter den Petenten, denen die jüdischen Schülerinnen unbequem waren, nunmehr für ihre Existenz fürchten, s o m ögen sie s i ch a u ihre K und schaft halten. Die Stadt hat keiner Schule einen Zn schuß zu gewahren, die dem Antisemitismus in irgendeiner Form Zugeständnisse macht. Denn die städtischen Steuern werden für allgemeine Zwecke von Protestanten, Katholiken, Juden und Ungläubigen aufgebracht." — Unter der Überschrift „Die „Wahrheit" und die Warenhäuser" bringt die „Abwehrvereins-Korrespondenz" eine Notiz, in der darauf hingewiesen wird, daß das Organ des Reichstagsabg. Bruhu „Die Wahrheit" am 31. Oktober einen von sittlicher Entrüstung triefenden Artikel gebracht habe, der in dem Satze gipfelte.' „Wenn Wertheim den Kommerzienratstitel erhalten sollte, so würde sich derjenige Minister, der diese Verleihung befürwortet, glatt in Widerspruch setzen zu weiten Kreisen des kaufmännischen und gewerblichen Mittelstandes, die durch Wertheim schwer geschädigt werden." — Zwei Wochen später kam das Blatt auf das Thema zurück und erklärte, das Warenhaus Wertheini sei ein Krebsschaden für unseren kaufmännischen Mittelstand. Dazu bemerkt die „Abwehrvereins-Korrespondenz": „Dieselbe Nummer, in der das Warenhaus Wertheim so gekennzeichnet wird, bringt eine seitenlange Annonce des W a r e n h a u s e s I a n d o r s! Wir sind überzeugt, daß, wenn letzteres dem Blatte des Herrn Bruhn die Annoncen entzöge, die „Wahrheit" gegen die Firma Jandors in ähnlicher Weise Front machen würde, roie es ja auch, wenn wir uns recht erinnern, früher der Fall gewesen ist, als Jandors noch nicht mit Bruhn in Geschäftsverbindung stand. Fürwahr, ein prächtiger Schützer des Mittelstandes, dieser antisemitische Volksvertreter!" — Die Lorbeeren B r u h n s scheinen aber Herrn Lic. M u m m , der sich jetzt um das erledigte Mandat Stöckers bewirbt, nicht schlafen zu lassen. Auch die „Staatsbürger-Ztg.", dessen eifrigster Mitarbeiter der „Kronprinz Stöckers" ist, eiferte in einem am 14. November veröffentlichten Leitartikel noeb heftiger gegen die angebliche Begünstigung des Warenhauses Wertheim durch höfische Kreise, und knüpfte daran nachstehende

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