Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 693 (sequence 4)
- Language
- German
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Umschau. 693 itjni; Und um dieser Judengesellschast halber mußte so viel unschuldiges Blut fließen! Das aber, daß diese beiden Bruderjtämme, beide Niedersachsen, Buren und Engländer, sich gegenseitig abschlachteten, war den Juden wohl Hauptzweck. Und nun, statt daß sich diese jüdischen Verbrecher fürchten, daß das vergossene Blut über sie kommt, benützen sie das alte Verbrechen, die Völker von neuem untereinander zu verhetzen. Da gibt es nur die einzig richtige Antwort, daß sich alle Völker gegen die Juden erheben und sich zusammenschließen, wie ein Mann, diese Erreger von Streit und Mord ein für allemal unschädlich zu machen/' — — — ' , Also nun weiß man es: die Juden haben die Aeußerungen dem Kaiser in den Mund gelegt: die Juden haben den ganzen Reichstag beeinflußt, haben den Sturm im deutschen Reiche veranlaßt, die Presse aller Parteien dirigiert! In der „Vogelperspektive" der wahrheitsliebenden Stöckerblätter scheint mehr als ein Vogel sein unheimliches Wesen zu treiben! Anders sprach im Reichstage der Abg. Liebermann v. S o n n e n b e r g: er meinte, „nur ringen um die Seele unseres .Kaisers", fügte aber hinzu: „Das Vertrauen des Volkes ist aus dem Nullpunkt angelangt. — Das ist das Tiestraurige, daß der Kaiser nicht in jedem Augenblick seines Lebens deutsch denkt und deutsch fühlt. . . . Wir sollten das Festefeiern ausgeben, das Klingklanggloria, das Hurrageschrei." Die „Staatsbürger-Zeitung" sagt: „Das sind Worte, die elektrisch durch unser Volk zucken werden." Wir meinen, das sind Worte, die zu Brandfackeln werden können, vielleicht werden sollen, Worte, wie sie wohl bei den russischen Führern der „Schwarzen Hundert", aber nicht bei deutschen Offizieren üblich sind. Es ist auch wohl zu beachten, daß der sozialdemokratische Abg. S i n g e r sich bei dieser Debatte sowohl inhaltlich wie in der Form weit sachlicher und ruhiger äußerte als die antisemitischen Wortführer Liebermann von Sonnend erg und Z.i mm e r in a n u: Wenn auch die Tivoli-Konservativen, denen Liebermann bekanntlich stets sehr nahestand, bei den Debatten über das „Kaiser-Interview" ihm hierbei nicht zujubeln konnten, so haben sie doch schon vorher bewiesen, daß auch ihre monarchische Gesinnung stets in die Brüche zu gehen droht, wenn der Monarch sich modernen wxb liberalen Anschauungen zuzuneigen scheint. „Und der